Warum Unternehmen in der Umsetzung der Reiserichtlinie immer strikter werden
In früheren konjunkturellen Zyklen haben Unternehmen oftmals die Reiserichtlinien gelockert wenn das Geschäft boomte. Inzwischen ist allerdings die permanente, strikte Einhaltung der Reiserichtlinien zur Regel geworden. Wie kommt das?
Eines der zentralen Ergebnisse der BCD Travel Client Benchmark Survey (Kundenbefragung) ist, dass die Reiserichtlinie konsequenter eingehalten wird. Der Prozentsatz an Unternehmen, die ihre Reiserichtlinie im Bereich Flug zu 80 Prozent eingehalten haben, ist von 36 Prozent im vergangenen Jahr auf 45 Prozent in diesem Jahr gestiegen. Zur gleichen Zeit ist die Anzahl der Unternehmen die ihre Policy als eher flexibel bezeichneten von 13 auf sechs Prozent gefallen.
Dieses Ergebnis kommt für Torsten Kriedt, Senior Director, Practice Development für Advito - die Beratungsparte von BCD Travel - nicht überraschend. "Einige Unternehmen sagen, dass das Geschäft gut läuft und sie es sich daher leisten können die Travel Policy etwas zu lockern, um sich so für Arbeitnehmer attraktiv zu machen. Aber die meisten Unternehmen haben ihre Reiserichtlinie von ihrer finanziellen Performance abgekoppelt. Die Lektion, die die Unternehmen aus dem DotCom-Crash zu Beginn dieses Jahrzehnt gelernt haben, ist, dass sie ihr Unternehmen auf schlechte Zeiten vorbereiten müssen, während die Geschäfte gut laufen.
Dennoch gibt es einige Unterschiede zwischen der aktuellen, vorsichtigen Einstellung in Bezug auf die Reiserichtlinie und den vergleichsweise drakonischen Maßnahmen, die in Zeiten der Rezession eingeführt wurden. „Wenn man sich anguckt, an welchen Stellschrauben zur Zeit gedreht wird, dann sind es nicht die Reiserichtlinien an sich sondern die Durchsetzung ihrer Einhaltung“, berichtet Kriedt. „Die Reiserichtlinie zu verändern ist eine sensible Angelegenheit, die die Mitarbeiter leicht demoralisieren kann. Andererseits kann sich aber keiner wirklich über Maßnahmen beschweren die der Einhaltung der existierenden Richtlinie dienen.“
Zusätzlich richten sich die Maßnahmen zur Einhaltung der Richtlinie im Gegensatz zur Verschärfung der Richtlinie gegen die, die sich bisher nicht daran halten und nicht gegen diejenigen, die sie einhalten. Des Weiteren ist es schwierig zu erkennen, wie viele Unternehmen in den kostenintensiven Bereichen Flug und Hotel ihre Richtlinie noch weiter runter stufen können, ohne das ihre Reisenden unzufrieden werden.
Weitere Trends, die zu einer strikteren Durchsetzung der Richtlinien-Einhaltung führen sind zum einen die stetig wachsende Bedeutung von Beschaffungsabteilungen, die mit dem Geschäftsreisemanagement der Unternehmen betraut sind. Denn Einkaufsabteilungen sind eben in besonderem Maße auf die Qualität und die Vollständigkeit ihres Datenmaterials angewiesen, um sie zur Steuerung und als Grundlage für Leistungsträger-Verhandlungen zu nutzen. Daher wird es immer wichtiger, dass die Buchungen der einzelnen Reisebestandteile nur über die vorgesehenen Kanäle erfolgen, um so die Verwertbarkeit der Daten zu maximieren und das Reiseaufkommen auf die bevorzugten Partner zu steuern.
Die kompletten Ergebnisse der Client Benchmark Survey können Sie sich hier als pdf (engl.) bestellen.