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Dienstag, 28. August 2007Was Sie schon immer wissen wollten![]() Liebe Leserin, lieber Leser, wenn in Ernst Jandls berühmtem Gedicht "ottos mops" Ottos Mops kotzt, reagiert Otto mit dem Stoßseufzer "ogottogott". Das kann man verstehen. Aber auch die Schreibweise von "ogottogott"? Müsste es nicht "o[h] Gott, o[h] Gott" heißen oder gar "o[h], Gott, o[h], Gott"? Das und noch mehr zu solchen Interjektionen erfahren Sie gleich zu Beginn. Mit den Ausführungen zu den Interjektionen hätten Sie dann schon etwa ein Drittel unseres Newsletters gelesen und mit der Rubrik zwei dann schon zwei Drittel. Oder wären es ein drittel bzw. zwei drittel? Über die Groß- oder Klein-, Getrennt- oder Zusammenschreibung von Grundzahlen und Bruchzahlen können Sie sich in der zweiten Rubrik informieren. Nachgeschlagen haben wir für Sie dann noch, woher die Redewendung "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" stammt, und sind damit auch schon am Ende - ohne Schrecken. Viel Spaß beim Lesen! ****************************************** Was Sie schon immer wissen wollten ****************************************** Interjektionen Mit Interjektionen drückt man Empfindungen aus - "boh, hm, igitt, juhu, o[h], papperlapapp, sakra" u. a. - oder auch Aufforderungen wie "brr, hü, ksch, pst" u. a. Einfache Interjektionen weisen keine Ähnlichkeit mit anderen Wörtern auf, während komplexe Interjektionen dagegen als lexikalische Strukturen erkennbar sind: "Donnerwetter", "mein lieber Scholli", "Mann", "Mensch". Zu den komplexen Interjektionen zu rechnen sind auch die sogenannten Inflektive - Verben, die auf den Stamm reduziert sind. Sie tummeln sich vor allem in Comics: "ächz, krach, seufz, würg" usw. Gerade bei einfachen Interjektionen ist die Schreibung oft schwankend. Bisweilen werden sie gedehnt, wie z. B. "aaaaaah, ohhhhhh, hmmmm", oder vervielfacht, wie z. B. "igittigitt, huiuiui, oweiowei", oder mehrere Wörter werden zu einer Interjektion zusammengefasst: "manno[mann], ogottogott". So hat man erhebliche Freiheiten, was die Rechtschreibung angeht. Auch die Kommasetzung ist nicht einheitlich: Einerseits kann man die Interjektion häufig als satzwertig auffassen. Dann steht sie allein, z. B. "Brr! Ach! Igitt!", bzw. wird vom restlichen Satz durch Komma getrennt: "Brr, bleib stehen, Brauner." "Igitt, hier wimmelt's ja von Ungeziefer." Andererseits kann die Interjektion eng an den folgenden Text anschließen. Dann wird kein Komma gesetzt: "Ach nicht schon wieder!" "O wie lieb." "Karins ach so dramatischem Auftritt konnte die Tutorin nichts Positives abgewinnen." "Welch o herrliche Worte erreichen mein Ohr?!" **************************************** Hätten Sie's gewusst? **************************************** Grundzahlen und Bruchzahlen Normalerweise werden die Grundzahlen kleingeschrieben: "Die letzten drei Tage sind die fünf nicht mehr gekommen. Ihr drei bleibt aber doch noch, nicht? Wir zwei gehen um Punkt acht." Groß schreibt man sie, wenn sie eine Ziffer bezeichnen: "Erst hat er in der Matheklausur eine Eins bekommen und dann beim Meiern fast immer nur Sechsen / eine Sechs gewürfelt und schließlich auf der Kirmes auch noch eine glatte Zwölf geschossen. Am besten, ihr nehmt die Fünf (= Straßenbahnlinie)." Groß schreibt man Grundzahlen auch in Eigennamen: "die Zehn Gebote", "Sieben Berge" (= Landschaft in Niedersachsen). Sowohl Groß- als auch Kleinschreibung ist korrekt in: "die Fünf Weisen / die fünf Weisen" (= Sachverständigenrat). Bruchzahlen schreibt man klein und getrennt, wenn sie als Attribut gebraucht werden: "Der Fahrer lud in drei viertel Stunden nur vier fünftel Zentner Kartoffeln ab. Die Zoologen tranken aus Verzweiflung drei viertel Liter Wodka." Groß schreibt man die Bruchzahl, wenn sie als Substantiv gebraucht wird: "mit zwei Drittel(n) der Stimmen", "Die Zoologen tranken aus Verzweiflung drei Viertel des Wodkas." Zusammen schreibt man dann, wenn die Bruchzahl zum Erstglied allgemein gebräuchlicher fester Maßbezeichnungen geworden ist: "Das kostet mich eine Viertelstunde / eine Dreiviertelstunde." "Sie tranken einen Dreiviertelliter Wodka." Die Getrenntschreibung bleibt aber immer möglich, wenn man einzelne Bruchteile zählen will: "ein viertel Liter Wodka". Bei Uhrzeitangaben wird nur getrennt geschrieben: "Es ist drei viertel zwölf", "um drei viertel eins". ************************************** Für Sie nachgeschlagen ************************************** Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende In Psalm 73, 19 übersetzt Luther wie folgt: "Wie werden sie (= die Gottlosen) so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken." Dies variierte der preußische Offizier Ferdinand von Schill (1776 - 1809) in einer Rede, die er am 12. Mai 1809 auf dem Marktplatz in Arneburg a. d. Elbe hielt. In Bezug auf die Niederlagen Preußens gegen Napoleon und Schills Bestreben, eine allgemeine Erhebung gegen Napoleon auszulösen, rief Schill den Versammelten zu: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende." Für ihn und seine Husaren war es dann auch ein Ende mit Schrecken: Schill selbst fiel 19 Tage später im Straßenkampf in Stralsund, elf seiner Offiziere wurden standrechtlich erschossen und über 500 Soldaten auf die Galeeren geschickt. Noch Fragen? Dienstag, 31. Juli 2007Neue Rechtschreibung![]() Liebe Leserin, lieber Leser, auch wenn es für die meisten Schnee von gestern ist: Mit dem Ende des Monats Juli läuft in diesem Jahr die Übergangsfrist für die Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung endgültig ab. Ab dem 1. August 2007 gehört die alte Rechtschreibung damit der Vergangenheit an. Wir möchten Ihnen anlässlich dieses Stichtages noch einmal einen Überblick über die wichtigsten Regeln geben. Was fällt Ihnen ein, wenn Sie sich zurücklehnen und überlegen, welche Veränderungen es gegeben hat? Die "Schifffahrt", das "Schloss" oder die doch erstaunlich schmerzlose Trennung des st? Überprüfen Sie anhand unseres Überblicks, ob Sie mit den wichtigsten Regeln vertraut sind. Gute Unterhaltung, viel Spaß beim Lesen und einen guten Start in die Woche **************************** Laut-Buchstaben-Zuordnung **************************** Nach einem kurzen Vokal wird ß mit ss wiedergegeben. Man schreibt: Schloss, Fass, Fluss, Missverständnis usw. Berühmtester Vertreter dieser Änderung ist die Konjunktion "dass". Treffen drei gleiche Buchstaben aufeinander, bleiben sie alle erhalten, so z. B. in "Bestellliste", "Auspuffflamme" und natürlich bei der beliebten "Schifffahrt". Bei drei gleichen Vokalen empfiehlt sich die Verwendung des Bindestrichs: "Tee-Ei", "Kaffee-Ernte". Das ph kann in "phon", "phot" und "graph" durch f ersetzt werden: Diktafon, Fotosynthese, Geografie. **************************** Zeichensetzung **************************** "Sie las einen Roman[,] und er blätterte in der Zeitung." Zwischen solchen mit "und" bzw. "oder" verbundenen Hauptsätzen kann das Komma entfallen. Um das Lesen zu erleichtern, können Infinitiv- und Partizipgruppen mit einem Komma abgetrennt oder zwischen Kommas eingeschlossen werden: "Den Ball richtig zu treffen[,] ist anfangs nicht leicht." Oder: "Ein großes weißes Taschentuch schwenkend[,] winkte er dem Zug hinterher." Allerdings: Wenn eine Infinitivgruppe mit "ohne, um, als, [an]statt, außer" eingeleitet wird, ist das Setzen von einem oder zwei Kommas zwingend: "Er ging, ohne sich noch einmal umzublicken, aus dem Haus." Ebenfalls zwingend ist das Komma, wenn eine Infinitivgruppe von einem Nomen, einem Verweiswort oder einem Wort mit Platzhalterfunktion abhängig ist: "Wir hatten nur noch den W u n s c h, endlich am Ziel anzukommen." "Kannst Du mich d a r a n erinnern, den Wecker zu stellen?" "Einmal mit einem Flugzeug über Afrika zu fliegen, d a s ist ihr größter Wunsch." **************************** Worttrennung am Zeilenende **************************** Trennungen wie in Küs-te, hus-ten, meis-tens, schnells-te, Zu-cker, Da-ckel, ba-cken sprechen für sich: st wird genauso getrennt wie sp, ck bleibt - wie ch und sch - ungetrennt. Wörter, die nicht mehr als Zusammensetzungen wahrgenommen werden, können auch nach Sprechsilben getrennt werden: he-runter, ei-nander, Helikop-ter, Pä-dagogik. **************************** Schreibung mit Bindestrich **************************** Ob 80-prozentig, 12-jährig, 6-Zylinder oder 8-tägig - in Ziffern geschriebene Zahlen werden in Zusammensetzungen mit dem Bindestrich vom Rest des Wortes abgesetzt. Ausnahmen ergeben sich nur, wenn die Ziffer mit einer Nachsilbe verbunden ist: 100stel, 68er, 20%ig. Mehrgliederige Wörter aus dem Englischen können zusammen- oder aber mit Bindestrich geschrieben werden, sofern der erste Bestandteil ein Nomen oder ein Verb ist: Assessment- Center oder Assessmentcenter, Feedback oder Feed-back, Comingout oder Coming-out. **************************** Getrennt- und Zusammenschreibung **************************** Verbindungen mit dem Hilfsverb "sein" werden generell getrennt geschrieben: auf sein, da sein, dabei sein, zurück sein usw. Nach dem Muster "Auto fahren" oder "Klavier spielen" schreibt man Verbindungen aus einem Nomen und einem Verb in der Regel getrennt: Rad fahren, Maschine schreiben u. a. Zusammengeschrieben wird allerdings weiterhin bei Verbindungen, in denen das Nomen verblasst ist, d. h. nicht mehr als solches wahrgenommen wird, so z. B. bei "teilnehmen", "stattfinden", "heimkommen", "feilbieten". Ebenfalls zusammengeschrieben werden Verben wie "nachtwandeln", "schlussfolgern", denn sie bilden bei der Konjugation eine untrennbare Zusammensetzung: "er nachtwandelt", "sie schlussfolgert". Verbindungen aus einem Verb im Infinitiv und einem zweiten Verb werden im Allgemeinen getrennt geschrieben: spazieren gehen, lesen üben, laufen lernen. Allerdings ist sowohl Getrennt- als auch Zusammenschreibung möglich, wenn Verbindungen mit "lassen" oder "bleiben" in übertragener Bedeutung gebraucht werden: wegen schlechter Noten sitzen bleiben/sitzenbleiben; während einer Rede stecken bleiben/stecken bleiben. Dasselbe gilt auch für das Verb "kennen lernen/kennenlernen". Verbindungen aus einem Adjektiv und einem Verb können getrennt oder zusammengeschrieben werden, wenn es sich um ein einfaches Adjektiv handelt, dass das Ergebnis eines Vorgangs bezeichnet: den Teller leer essen/leeressen (der Teller ist dann leer); sich die Haare schwarz färben/schwarzfärben (die Haare sind dann schwarz). Ergibt sich aus Adjektiv und Verb eine neue Gesamtbedeutung, so muss zusammengeschrieben werden: einen Gegner kaltstellen ([politisch] einflusslos machen), ein Wort kleinschreiben (mit kleinem Anfangsbuchstaben), einen Sachverhalt richtigstellen (berichtigen). Verbindungen mit einem adjektivisch gebrauchten Partizip als zweitem Bestandteil werden getrennt oder zusammengeschrieben: allein erziehende/alleinerziehende Mütter, eine Gewinn bringende/gewinnbringende Geldanlage, gut unterrichtete/ gutunterrichtete Kreise. Handelt es sich allerdings um eine verkürzte Wortgruppe, so ist die Zusammenschreibung zwingend: mondbeschienen (= vom Mond beschienen), milieubedingt (= durch das Milieu bedingt). **************************** Groß- und Kleinschreibung **************************** Nomen, die mit Verben oder Präpositionen ein festes Gefüge bilden, aber mit diesen nicht zusammengeschrieben werden, schreibt man groß, z. B.: in Bezug auf, sich in Acht nehmen, Rad fahren, Diät halten, Schuld haben, jmdm. Angst machen. Aber: In Verbindung mit "sein", "bleiben" oder "werden" gelten Wörter wie "angst" oder "schuld" nicht als Nomen und werden kleingeschrieben: mir ist angst, ich bin schuld daran. In festen Wendungen werden nominalisierte Adjektive in der Regel großgeschrieben: im Dunkeln tappen, auf dem Trockenen sitzen, auf dem Laufenden halten u. v. m. (Es bleibt aber bei "von fern", "von klein auf", "über kurz oder lang", "durch dick und dünn" u. a.) Großgeschrieben werden ferner Sprachbezeichnungen nach einer Präposition (auf Französisch, in Italienisch) und Tageszeiten nach "gestern", "heute", morgen" (gestern Abend, morgen Nachmittag). Die Anredepronomen "du" und "ihr" und die dazugehörigen Possessivpronomen "dein" und "euer" werden kleingeschrieben, können in Briefen aber auch großgeschrieben werden: Vielen Dank für deinen/Deinen Brief ...; du/Du kannst dir/Dir sicher denken ... Die Höflichkeitsanrede "Sie" und das entsprechende Possessivpronomen "Ihr" werden hingegen immer großgeschrieben. Noch Fragen? Montag, 16. Juli 2007Für Sie nachgeschlagen![]() Liebe Leserin, lieber Leser, was die Verwendung der Wörter "statt" und "anstatt" betrifft, herrscht hin und wieder Verwirrung. Im heutigen ersten Beitrag unseres Newsletters fassen wir alles Wissenswerte für Sie zusammen. Was würden Sie sagen: Ist der Herr Doktor promoviert oder hat er promoviert? Und wie steht's mit der Frau Professorin: Hat sie sich habilitiert oder ist sie habilitiert worden? Unsere zweite Rubrik schafft Klarheit. Im letzten Beitrag unseres Newsletters befassen wir uns heute mit Bedeutung und Herkunft einer interessanten Redewendung: "mit jmdm., etw. Schindluder treiben". Viel Spaß beim Lesen und einen guten Start in die Woche Was Sie schon immer wissen wollten **************************** statt und anstatt Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die beiden Wörter "statt" und "anstatt" dieselben Besonderheiten aufweisen und absolut austauschbar sind. Im Satz können beide sowohl die Funktion einer Präposition im Sinne von "anstelle" wie auch die einer Konjunktion im Sinne von "und nicht" haben. Werden sie als Präposition gebraucht, verbindet man sie mit dem Genitiv: "Statt/Anstatt des Geldes gab sie ihm ihren gesamten Schmuck." "Statt/Anstatt des Assistenzarztes wurde der Oberarzt ausgezeichnet." "Sie trug statt/anstatt vernünftiger Wanderschuhe zierliche Sandaletten." Nur wenn der Genitiv formal nicht zu erkennen ist, d. h., wenn etwa der Genitiv Plural mit dem Nominativ oder Akkusativ Plural identisch ist, werden beide Wörter mit dem Dativ verbunden: "Statt/Anstatt Worten will ich Taten sehen." "Bei deinem Cholesterinspiegel solltest du statt/ anstatt Eiern lieber mehr Obst essen." "Statt" und "anstatt" können aber auch im Sinne von "und nicht", d. h. in der Funktion einer Konjunktion, verwendet werden; in diesem Fall ist der sich anschließende Kasus vom Verb im Satz abhängig: "Ich gab ihr statt/anstatt ihrem Vater (= und nicht ihrem Vater) die Hand." "Sie ernannten Kurt zum Vorsitzenden statt/anstatt seinen Bruder (und nicht seinen Bruder)." In der konjunktionalen Funktion werden "statt" und "anstatt" häufig auch mit Infinitivgruppen verbunden. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass diese Infinitive, gleichgültig ob vor- oder nachgestellt, grundsätzlich durch Komma abzutrennen sind: "Statt/Anstatt die Hausaufgaben zu machen, surfte er schon wieder im Internet." "Er verschwand, statt/anstatt die nötigen Einkäufe zu machen, in der nächsten Kneipe." "Sie träumte vor sich hin, statt/anstatt der Lehrerin zuzuhören." ********************************************** Hätten Sie's gewusst? ********************************************** promovieren/habilitieren Das Verb "promovieren" kann sowohl transitiv, d. h. mit Akkusativobjekt, im Sinne von "jemandem die Doktorwürde verleihen" verwendet werden wie auch intransitiv im Sinne von "die Doktorwürde erlangen, den Doktorgrad erwerben". Man sagt also: "Man hat ihn letztes Jahr zum Doktor der Medizin promoviert." "Meine Schwester wurde gerade promoviert." Ebenso ist korrekt: "Ich habe an der Ruprecht-Karl-Universität in Heidelberg promoviert." "Sie hat im Fach Anglistik promoviert." Das Verb "habilitieren" hat die Bedeutung "die Lehrberechtigung an einer Hochschule erwerben". Es lässt sich in dieser Funktion auch reflexiv verwenden: "Sie hat sich für Kunstgeschichte habilitiert." "Dr. X hat in München habilitiert." Transitiv gebraucht bedeutet "habilitieren" "jemandem die Lehrberechtigung erteilen". "Die medizinische Fakultät hat Dr. X letztes Jahr habilitiert." ********************************************** Für Sie nachgeschlagen ********************************************** mit jmdm., mit etwas Schindluder treiben (umgangssprachlich): jmdn., etw. übel behandeln "Schindluder" ist eine veraltete Bezeichnung für das kranke oder alte Haustier, das zum Schinder (= Abdecker) gebracht wird. Die Wendung bedeutete also ursprünglich "jmdn. wie ein elendes Tier behandeln". Noch Fragen? Montag, 2. Juli 2007Für Sie nachgeschlagen...![]() Liebe Leserin, lieber Leser, die Wichtigkeit von Holz für unser Leben ist unbestritten, wobei die Verarbeitung dieses Werkstoffs in sprachlicher Hinsicht nicht immer unproblematisch ist. Insbesondere die verschiedenen Bearbeitungs- und Farbangaben zu Möbeln führen oft zu Zweifeln hinsichtlich der korrekten Orthografie. Mehr dazu in der ersten Rubrik. In der zweiten Rubrik haben wir einige Maß- und Mengenangaben, die in Zusammenhang mit Holz verwendet werden, für Sie genauer unter die Lupe genommen. Zu guter Letzt haben wir für Sie nachgeschlagen, was es mit den Redewendungen "Holz vor der Hütte haben" und "auf dem Holzweg sein" auf sich hat. Viel Spaß beim Lesen ! ********************************************** Was Sie schon immer wissen wollten ********************************************** Bearbeitungs- und Farbangaben bei Möbeln Haben Sie sich beim Aussuchen Ihrer Möbel auf bestimmte Bearbeitungs- oder Farbvarianten festgelegt, stellt sich spätestens bei der Erstellung des Kaufvertrags die Frage, wie diese korrekt geschrieben werden. Schreibt man etwa "in Birke natur" oder "in Birke Natur"? In derartigen Angaben werden die nach "in" aufgeführten Substantive groß-, vor- oder nachgestellte attributive Adjektive kleingeschrieben: "in Eiche Natur, in Eiche geölt, in Ahorn dunkel". Farbbezeichnungen und gewöhnliche Adjektive werden, sofern sie direkt auf die Präposition "in" folgen, als substantiviert angesehen und daher ebenfalls großgeschrieben: "in Rot, in Hell, in Matt Natur". Besser wäre es jedoch, in diesen Fällen auf das "in" zu verzichten und das Adjektiv in seiner Rolle zu belassen: "Küche, matt, Natur". Der Bestandteil "Natur" kann in vielen solcher Fügungen auch als unflektiertes Adjektiv angesehen und kleingeschrieben werden; aber nur groß direkt nach der Präposition "in". Eine Besonderheit ist bei Partizipien zu beachten: Sie können nicht mit "in" angeschlossen, sondern nur durch Komma abgetrennt werden: "Dielenschrank, naturmattiert". ********************************************** Hätten Sie's gewusst? ********************************************** Maßangaben für Holz Kreuzworträtselfans wissen Bescheid, wenn eine Raummaßangabe für Holz gefragt ist: Das Wort mit vier Buchstaben heißt "Ster". Dieses Maß bezeichnet einen Kubikmeter geschichtetes Holz. Im Unterschied zum "Festmeter" gehen beim Ster die Zwischenräume der Schichtung in die Messung ein. Der Genitiv des Maskulinums "Ster" heißt "des Sters", die beiden Pluralformen "Stere" und "Sters" sind gleichermaßen korrekt. "3 Ster Holz" zu bestellen ist übrigens sprachlich völlig in Ordnung. Denn wenn Maskulina und Neutra als Maß- und Mengeneinheiten nach Zahlen über 1 stehen, wird meist eine endungslose Form, die dem Nominativ Singular entspricht, gebraucht. Ein weiteres altes Längen- und Raummaß ist "Klafter". Dieser Begriff gehört im Sinne von "Armspanne" oder "Armvoll" zu einem untergegangenen Verb mit der Bedeutung "umfassen, umarmen". Während "der Klafter" und "das Klafter" gebräuchlich sind, handelt es sich bei "die Klafter" um eine veraltete, seltene Variante. Wenn Sie eine Feuerstelle besitzen, kaufen Sie Ihr Brennholz vielleicht ja nur körbeweise. Singularische Substantive nach der Mengenangabe "Korb" stehen in appositionellem Verhältnis und weisen heute gewöhnlich denselben Kasus auf; es heißt also "ein Korb Holz (nicht: Holzes)". Der früher übliche Genitiv wird nur noch vereinzelt bei Substantiven im Singular verwendet, die durch ein Adjektiv näher bestimmt sind, der Genitiv gilt als gehoben oder sogar gespreizt: "ein Korb Holz/ein Korb trockenes Holz (gehoben: trockenen Holzes)". ********************************************** Für Sie nachgeschlagen ********************************************** Holz vor der Hütte haben (seltener:) Holz vor der Tür/bei der Herberge haben (umgangssprachlich): "einen üppigen Busen haben": Die Wendung spielt scherzhaft auf die Vorstellung an, dass sich ein üppiger Busen auftürmt wie die vor Bauernhäusern oder an Hauswänden aufgestapelten Holzvorräte. Auf dem Holzweg sein; sich auf dem Holzweg befinden (umgangssprachlich): "mit seiner Vorstellung, Meinung o. Ä. völlig im Irrtum sein": Als "Holzweg" bezeichnete man bereits im Mittelhochdeutschen ("holwec") einen schmalen Waldweg, auf dem nur Holz abgefahren wurde. Da dieser - im Unterschied zur Landstraße - zu keinem Ziel führte, wurde die Bezeichnung schon früh im Sinne von "Irrweg, Abweg" gebräuchlich. Noch Fragen? Montag, 25. Juni 2007Fachbegriffe aus der Finanzwelt![]() Das «UBS Bankfachwörterbuch» erklärt wichtige Begriffe zum aus der Welt der Banken und Finanzen und erlaubt Ihnen den Zugriff auf über 2'400 Begriffsdefinitionen, die auf dem aktuellsten Wissenstand sind. Wenn also wieder mal «Bankfachsprache» gesprochen wird, wir sind sicher, dass Sie so künftig wissen, daß mit Joint-Account nicht die Raucherecke gemeint ist sondern ein Gemeinschaftskonto, floor nicht der dicke Teppich auf der Vorstandsetage sondern ein Finanzinstrument ist und der Januareffekt keine Regenphase bezeichnet sondern eine Kapitalmarktanomalie. Und die meisten dieser Begriffe finden Sie in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch ! ... zm Fachwörterbuch Montag, 18. Juni 2007Was Sie schon immer wissen wollten![]() Liebe Leserin, lieber Leser, wer nichts Halbes und nichts Ganzes zu bieten hat, stößt in der Regel auf wenig Gegenliebe. Wir hingegen bieten Ihnen heute gleich beides: Zunächst geht es ums Ganze, etwa um die Welt als ganze (oder Ganze oder ganzes oder Ganzes?). Nach dem Ganzen dann das Halbe. Wir beschäftigen uns unter anderem auch mal mit Halbseidenem/halb Seidenem, genauer gesagt mit der Frage, wann man so etwas getrennt, wann zusammenschreibt. Und wo wir uns gerade mit "halben Sachen" beschäftigen, haben wir für Sie noch nachgeschlagen, wo der berühmte Ausspruch "Halb zog sie ihn, halb sank er hin" herkommt. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre Tess ****************************************** Was Sie schon immer wissen wollten ****************************************** Das Ganze Ziemlich klar ist, dass man "ganz" kleinschreibt, wenn es sich um ein attributives Adjektiv handelt: "die ganze Welt, das ganze Land, die ganze Zeit" usw. Auch noch recht leicht zu merken ist, dass man dagegen das substantivierte Adjektiv großschreibt: "das große Ganze, im Großen und Ganzen, aufs Ganze gehen" u. Ä. Schwieriger wird es bei Ausdrücken wie "die Welt als ganze/ Ganze". Um etwas in seiner Gesamtheit auszudrücken, verwendet man die Substantivierung "das Ganze" in der Apposition. Demnach ist großzuschreiben: "die Welt als Ganzes (nicht: als ganze [Welt])". Was den Kasus betrifft, so richtet sich diese Beifügung nach dem Bezugswort: "von der Welt als Ganzem (nicht: als Ganzes)". **************************************** Hätten Sie's gewusst? **************************************** Getrennt- oder Zusammenschreibung von Fügungen mit "halb" Bei Fügungen aus "halb" und einem Adjektiv oder Partizip schreibt man zusammen, wenn "halb" als bedeutungsabschwächender Zusatz aufgefasst wird: "ein halbhohes Zuspiel, halblautes Nörgeln, halbgebildeter Mensch, halbtrockener Riesling" u. a. Wird "halb" aber als Gegensatz zu "ganz" verstanden, so schreibt man getrennt oder zusammen: "das halb leere/halbleere Glas, der halb verhungerte/halbverhungerte Vogel". Nicht immer jedoch kann das so klar unterschieden werden. In solchen Zweifelsfällen kann man sowohl getrennt als auch zusammenschreiben: "mit halb automatischen/halbautomatischen Waffen, ein halb blinder/halbblinder Schäferhund, halb gares/ halbgares Gemüse". Die Fügung "halbseiden" wird im wörtlichen wie im übertragenen Sinne zusammengeschrieben. Wörtlich: "die halbseidenen Boxershorts". Übertragen: "ein halbseidenes Etablissement, halbseidene Umgangsformen". Wenn man "halb" wie "teils" verwendet, wird immer getrennt geschrieben: "Die Supply-Chain-Managerin runzelte halb tadelnd, halb bewundernd die bis dahin durchaus wohlgeformte Stirn." So übrigens auch: "die halb baumwollenen, halb seidenen Boxershorts". ************************************** Für Sie nachgeschlagen ************************************** Halb zog sie ihn, halb sank er hin Wenn sich jemand nur zögernd dazu entschließt, eine bestimmte Beziehung zu jemandem einzugehen, dabei weniger aus eigener Initiative handelt, weniger einem inneren Drang folgt als äußerem Druck oder äußerer Verlockung, so wird eine solche Unentschlossenheit oft scherzhaft mit diesem Zitat kommentiert. Es handelt sich dabei um die vorletzte Zeile der Ballade "Der Fischer" (1779) von Goethe. Darin wird von einem Fischer erzählt, der sich von den Worten und Gesängen einer Wassernixe so betören lässt, dass er ihr am Ende in die Fluten folgen muss: "Halb zog sie ihn, halb sank er hin,/Und ward nicht mehr gesehn." Noch Fragen? Mittwoch, 13. Juni 2007Prinzipien für die Gestaltung effektiver Print-Werbung
Wie wichtig ist der erste Eindruck bei Anzeigen? Wie häufig sollten sie geschaltet werden? Sind kleine Anzeigen großen überlegen? Wo im Werbeträger soll man sie platzieren?
Wir fragten Dr. Christian Scheier von der Hamburger MediaAnalyzer Software & Research GmbH, ob es darauf klare Antworten gibt, die sich in Regeln für Kreative, Mediaplaner und Markenverantwortliche fassen lassen. Es gibt sie tatsächlich. Ziel und Anspruch dieses Artikels ist es, Regeln und Prinzipien für die Gestaltung effektiver Print-Werbung zusammenzufassen. Das zugrunde liegende Know-how stammt aus der Wahrnehmungs- und Werbepsychologie, sowie unzähligen Tests, die wir als Marktforschungs-Institut durchgeführt haben. Kann gute Werbung überhaupt in Regeln gefasst werden? Führen Regeln nicht zu austauschbarer, langweiliger Werbung? Diese Fragen werden zu Recht an Checklisten der hier präsentierten Art gestellt. Deshalb vorab... Lesen Sie hier weiter... Mittwoch, 6. Juni 2007Google - mehr als "Suchen"
Wer bislang glaubte, Google reduziere sich auf "Search", der wird hier eines Besseren belehrt. Zahlreiche Services und Tools für den Alltag und den Beruf:
Google AdSense Google AdWords Google Analytics Google Apps Google Archive Google Base Google Blog Search Google Bookmarks Google Books Search Google Calendar Google Catalogs Google Code Google Code Search Google Co-op Google Deskbar Google Desktop Google Directory Google Docs & Spreadsheets Google Earth Google Finance Froogle Gadgets Google Gmail Google Groups Google Holiday Logos Google Images Google Jobs Google Labs Google Maps Google Mars Google Mobile Google Moon Google Movies Google Music Google News Google Page Creator Google Personalized Home Picasa Google Reader Google Scholar Google Search History Google Sitemaps Google SMS Google Suggest Google Talk Google Toolbar Google Transit Trip Planner Google Translate Google Trends Google University Se Google Video Google Web Accelerator Google Web API Google Zeitgeist Mittwoch, 23. Mai 2007Sprachen in der EU
Sprachen in der EU
Viele Sprachen in der EU sind verwandt, d.h. sie haben sich aus einer gemeinsamen Ursprache entwickelt. Verwandte Sprachen ähneln sich zum Beispiel im Hinblick auf den Wortschatz oder die Deklinantionsregeln. Man sagt für gewöhnlich, dass diese Sprachen zu einer Sprachfamilie gehören. Man lernt recht einfach eine zweite Sprache, wenn man bereits eine derselben Sprachfamilie kennt. Zum Beispiel lernt ein Däne gewöhnlich leichter Englisch als ein Spanier. Mehr als 90% der EU-Bewohner sprechen eine Sprache, die zu einer dieser Gruppen der indoeuropäischen Sprachfamilie gehört: Germanischer Zweig (z.B. Deutsch, Englisch, Schwedisch und Holländisch) Romanischer Zweig (z.B. Italienisch, Spanisch und Französisch) Slawischer Zweig (z.B. Polnisch, Slowakisch und Tschechisch) Auch Griechisch, Albanisch, der baltische und der keltische Zweig gehören zur indoeuropäischen Sprachfamilie. Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie in der EU dar; zu ihr gehören unter anderem die finno-ugrischen Sprachen (z.B. Finnisch, Ungarisch und Estnisch) Auch viele Sprachen von Minderheiten, regionale Sprachen und sogenannte Immigrantensprachen verschiedener Sprachfamilien werden in der EU verwendet. Die Zeichensprache wird von Taubstummen und ihren Partnern verwendet und ist in einer gewissen Hinsicht eine Minderheitensprache, die besondere Anforderungen an Rechte im Sprachgebrauch und Übersetzungen stellt. In den letzten Jahrzenten haben einige Plansprachen eine erwähnenswerte Sprecherzahl gefunden. Anders als künstliche Teilsprachen der Computerwelt (C++, Perl, Java usw.), sind internationale Plansprachen, wie Esperanto, vollständige menschliche Sprache, die historisch oft mit Ländern der EU verbunden sind. Die ehemals einheitliche Sprache der EU, das Latein, hat noch eine religiöse und kulturelle Bedeutung in der EU. Als Kirchensprache der römisch-katholischen Kirchen und Amtssprache des Vatikans bleibt das Latein ein wissenschaftlicher Referenzpunkt, vor allem in Sachen Terminologie. Wie hoch sind die Kosten für Übersetzungen und Dolmetschen in den EU-Organen? Dieser Anteil am EU-Budget, der durch Übersetzung in den EU-Instanzen verursacht wird, beträgt laut Schätzungen ungefähr 0,8 %, also rund 13 % der Verwaltungsausgaben der Institutionen (wenn sie mit Höchstgeschwindigkeit arbeiten)....... Diese und weitere Fragen zu Sprachen in der EU finden Sie über den nachfolgenden Link... Dienstag, 22. Mai 2007Für Sie nachgeschlagen![]() Liebe Leserin, lieber Leser, der Umgang mit Staatennamen erweist sich hin und wieder als tückisch. Im ersten Teil unseres heutigen Newsletters stellen wir Ihnen einige große Gruppen vor. Häufig wird in unserer Sprachberatung nach der Kommasetzung bei Vergleichen gefragt. Wir haben die Regeln noch einmal für Sie zusammengestellt. Und zum Schluss gehen wir in medias res: Herkunft und Bedeutung dieser bildungssprachlichen Redewendung haben wir heute für Sie nachgeschlagen. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre Duden-Sprachberatung ********************************************** Was Sie schon immer wissen wollten ********************************************** Staatennamen Die meisten Staatennamen sind Neutra und werden ohne Artikel gebraucht: Argentinien, Costa Rica, Dänemark, Frankreich usw. Im Genitiv erhalten diese Namen die Endung -s, in den übrigen Kasus bleiben sie jedoch endungslos: "die Wirtschaft Boliviens", "von Dänemark nach Irland", "Entwicklungshilfe für Kenia". Im Genitiv können sie wahlweise auch vor das Substantiv gestellt werden, das sie näher bestimmen, in diesem Fall übernehmen sie gleichzeitig die Funktion des bestimmten Artikels: "Boliviens Wirtschaft", "Spaniens Geschichte". Einige Staatennamen sind Feminina und werden ausschließlich mit dem bestimmten Artikel verwendet: "die Elfenbeinküste", "die Ukraine", "die Schweiz", "die Mongolei". Diese Namen sind selbst endungslos, während der dazugehörige Artikel gebeugt wird: "Er stammt aus der Schweiz", "die Grenzen der Mongolei". Bei einer weiteren Gruppe von Substantiven, ausschließlich Maskulina, sind Artikelgebrauch und Deklination schwankend. Neben den Formen "der Iran", "der Irak", "der Libanon", "der Sudan" sind auch die artikellosen Formen "Iran", "Irak", "Libanon", "Sudan" korrekt: "die Hauptstadt des Irans/die Hauptstadt Irans", "sich im/in Libanon aufhalten". Wird die Form mit Artikel verwendet, kann im Genitiv die Endung -s wegfallen: "die Hauptstadt des Irans/des Iran". Interessant ist, dass im allgemeinen Sprachgebrauch die Form mit dem maskulinen Artikel bevorzugt wird, während die artikellose Form als offizielle Variante gilt, die auch das Auswärtige Amt empfiehlt. ********************************************** Hätten Sie's gewusst? ********************************************** Kommasetzung bei Vergleichen Bei Vergleichen ist darauf zu achten, ob die Konjunktionen "als", "wie" und "denn" lediglich Satzteile verbinden oder aber einen Nebensatz einleiten. Sätze wie "Es wurden mehr Waren eingekauft als verkauft", "Wie im letzten Jahr hatten wir auch diesmal einen schönen Herbst" oder "Er war als Schriftsteller bekannter denn als Wissenschaftler" stehen also grundsätzlich ohne Komma. Ein Komma muss jedoch gesetzt werden, sobald der Vergleich als Nebensatz formuliert wird: "Es wurden mehr Waren eingekauft, als die Filiale im ganzen letzten Jahr verkauft hatte." "Er hat mehr Schulden, als er jemals abbezahlen kann." "Das Stück ist genauso langweilig, wie du gesagt hattest." Auch Infinitivgruppen bzw. Infinitive mit "zu", die mit "als" eingeleitet sind, werden durch Komma abgetrennt: "Es gibt für mich nichts Schöneres, als am Sonntagmorgen gemütlich im Bett zu frühstücken." "Er konnte nichts Besseres tun, als zu reisen." Dagegen ohne Komma: "Er konnte nichts Besseres tun als reisen." ********************************************** Für Sie nachgeschlagen ********************************************** In medias res Der bildungssprachliche Ausdruck kommt in Redewendungen wie "in medias res gehen" im Sinne von "unmittelbar und ohne Umschweife zur Sache kommen" vor. Er geht auf die "Ars poetica" (Vers 148) des römischen Dichters Horaz (65 - 8 v. Chr.) zurück. Horaz lobt den griechischen Dichter Homer, weil er in der "Ilias" bei der Darstellung des Trojanischen Krieges "in medias res" ("mitten in die Dinge") hineinführt, sich also nicht mit einer längeren Vorgeschichte oder einer weitschweifigen Einführung aufhält. Noch Fragen?
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