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Mittwoch, 2. Januar 2008"Europa kann es sich nicht leisten, ...Dienstag, 18. Dezember 2007Nachgeschlagen...![]() Liebe Leserin, lieber Leser, unser letzter Newsletter in diesem Jahr beschäftigt sich zunächst mit einem christlichen Gebildbrot: Es geht um den Christstollen bzw. die Christstolle und seine bzw. ihre Geschichte. Wussten Sie schon, dass das Verb "schenken" sowohl mit dem "Schinken" als auch mit dem "Schenkel" verwandt ist? Diese ungewöhnlichen Verwandtschaftsverhältnisse nehmen wir im zweiten Teil genauer unter die Lupe. Schließlich haben wir noch die Wortgeschichte des an Festtagen gern verspeisten "Bratens" für Sie nachgeschlagen - und den Unterschied zwischen einem "Gourmet" und einem "Gourmand". Was Sie schon immer wissen wollten Christstollen/-stolle Der weihnachtliche Stollen gehört zu den christlichen Gebildbroten, d. h. zu den Backwaren, die in Gestalt von symbolischen Figuren zu bestimmten Festtagen gereicht werden. Seine Form mitsamt dem weißen Puderzucker wird als das in Windeln gewickelte Christuskind gedeutet. Am bekanntesten ist der an Trockenfrüchten, Zitronat und Mandeln besonders reiche, oft mit Marzipanrohmasse verfeinerte Dresdner Stollen, für dessen Popularität die sächsischen Könige sorgten, indem sie all ihren gekrönten Verwandten zum Fest einen Christstollen schenkten. Ein echter sächsischer Stollen ist 1457 aus der Backstube des Schlosses Hartenstein im sächsischen Torgau belegt. Urkundlich wird der Stollen allerdings bereits 1329 in Naumburg/Saale erwähnt. Als Bezeichnung ist sowohl "der Stollen" wie "die Stolle" gebräuchlich. Die maskuline und die feminine Form kommen allerdings in verschiedenen Gegenden vor. Hätten Sie's gewusst? schenken Das Verb "schenken" (althochdeutsch "scenken") hatte früher die Bedeutung "jemandem zu trinken geben". Deutlich sichtbar ist dies in Wörtern, die mit dem Ort in Verbindung stehen, an dem man - gegen Bares - zu trinken bekommt: Seit dem 15. Jahrhundert gehen die Deutschen in die "Schenke", etwas später dann auch in die "Schankwirtschaft". Auch der "Ausschank", der "Schanktisch", die "Schankstube" und andere Zusammensetzungen dieser Art dokumentieren die alte Bedeutung. Nicht zu vergessen der "Mundschenk", jener Hofbeamte, der an Fürstenhöfen für die Getränke verantwortlich war. In mittelhochdeutscher Zeit nahm "schenken" die Bedeutung "einen Willkommens- oder Freundschaftstrunk anbieten" an. Dieser Trunk war natürlich gratis. Auf diesem Wege entwickelte das Verb seine heutige Bedeutung "ein Geschenk machen". Ursprünglich bedeutet "schenken" eigentlich "schief halten". Zugrunde liegt ihm die indogermanische Wurzel "[s]keng-" (= schief, krumm), auf die auch die Substantive "Schenkel" und "Schinken" als Bezeichnungen für einen krummen oder gekrümmten Körperteil zurückgehen. Was beim "Schenken" (bzw. Einschenken) schief gehalten wurde, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung. Für Sie nachgeschlagen Braten, Gourmet oder Gourmand Zur Überraschung aller Liebhaber eines guten Bratens hat dieser mit "braten" etymologisch ursprünglich gar nichts zu tun. Althochdeutsch bedeutete "brato" lediglich "schieres Fleisch". Erst später wurde diese Bedeutung durch Anlehnung an das klangähnliche Verb (althochdeutsch) "bratan" zu der heute gültigen "gebratenes Fleisch" verändert. Die alte Bedeutung ist noch in den Wörtern "Brät" ("fein gehacktes Kalb- oder Schweinefleisch") und "Wildbret" ("Fleisch von Wild") erhalten. Unsere französischen Nachbarn können dank eines handlichen, aus ähnlichen Wörtern gebildeten Begriffspaars präzise zwischen einem Gourmand ("Schlemmer, der gern gut und viel isst") und einem Gourmet ("Feinschmecker") unterscheiden. Beide Fremdwörter sind im Deutschen geläufig, doch geht bei uns die genaue Differenzierung leider allmählich verloren: Mit "Gourmand" wird immer öfter auch ein Gourmet bezeichnet - für Franzosen ein haarsträubender Vorgang. Noch Fragen? Montag, 10. Dezember 2007Gehalt und Verdienst![]() Liebe Leserin, lieber Leser, auf vielfachen Wunsch befassen wir uns im heutigen Newsletter noch einmal mit der Genitivbildung bestimmter Substantive - ein wahrer Dauerbrenner in unserer Sprachberatung. Beruhigend zu wissen, dass am Monatsende das Gehalt auf dem Konto ist! Das Gehalt oder doch der Gehalt? Wann welches Genus das richtige ist, lesen Sie im zweiten Teil. Haben Sie's auch hin und wieder mit Dünnbrettbohrern zu tun? Redewendungen rund ums Brett haben wir diesmal für Sie nachgeschlagen. Viel Spaß beim Lesen Was Sie schon immer wissen wollten Genitiv auf -s oder -es Häufig entsteht bei der Genitivbildung ein- und zweisilbiger Substantive im Maskulinum und Neutrum Unsicherheit. Substantive, die auf einen Zischlaut, beispielsweise -ss, -z oder -tz enden, bilden den Genitiv grundsätzlich auf -es, also "des Hasses", "des Glanzes", "des Satzes", "des Reflexes". Nur -s wird verwendet bei Substantiven, die auf -en, -em, -el, -er oder auch mit einer Verkleinerungssilbe enden, also etwa "des Schwimmens", "des Pegels", "des Fahrers", "des Büchleins", "des Gärtchens". Bei zahlreichen anderen ein- und zweisilbigen Substantiven im Maskulinum und Neutrum sind grundsätzlich beide Formen möglich, häufig spielt der Satzrhythmus eine Rolle. Der vollen Genitivform wird vor allem dann der Vorzug gegeben, wenn der Genitiv vorangestellt wird: "des Tages Hitze", "des Waldes Kühle". Auch bei Zusammensetzungen mit Fugen-s wird aus Klanggründen oft die "-es"-Form favorisiert: "des Jubiläumsjahres", "des Geschäftsfreundes". Bei zweisilbigen Substantiven mit unbetonter Endsilbe findet dagegen eher die kurze Form Anwendung, ebenso bei Substantiven, die auf Vokal oder Vokal + h enden: "des Abdrucks", "des Mitleids", "des Schnees", "des Flohs". Im Rechtschreibduden findet sich das optionale Genitiv-e übrigens unmittelbar hinter dem Artikel in eckigen Klammern, also z. B. "Blut, das; -[e]s". Hätten Sie's gewusst? Gehalt und Verdienst Einige gleichlautende Substantive haben unterschiedliche Bedeutung, je nachdem, welches Genus sie haben. Das Substantiv "Gehalt" beispielsweise ist ein Neutrum, wenn es in der Bedeutung "Arbeitsentgelt, Besoldung" gebraucht wird, der Plural lautet in diesem Fall "die Gehälter". "Wieder einmal wurden die Gehälter der Mitarbeiter zu spät überwiesen." Daneben existiert die Form "der Gehalt" mit dem Plural "die Gehalte" in der Bedeutung "Inhalt, Wert". "Der Alkoholgehalt dieses Weines ist ungewöhnlich hoch." Ein weiteres Beispiel ist das Wort "Verdienst", das ebenfalls als maskulines wie auch neutrales Substantiv verwendet werden kann. Auch hier besteht ein Bedeutungsunterschied. Die maskuline Form "der Verdienst" ist ein Synonym für "Einkommen, materieller Erwerb". "Ohne diesen zusätzlichen Verdienst könnte er nicht überleben." Dagegen bedeutet "das Verdienst" "anerkennenswertes Verhalten oder außergewöhnliche Leistung". "Die Rettung der Flüchtlinge war ganz allein sein persönliches Verdienst." Die Pluralform ist allerdings beim Maskulinum wie auch beim Neutrum dieselbe: "die Verdienste". Für Sie nachgeschlagen Das Brett (auch: das Holz) bohren, wo es am dünnsten ist Die umgangssprachliche Redewendung besagt, dass sich jemand eine Sache leicht macht: Mein Neffe ist ein ganz fauler Strick, der bohrt das Brett immer, wo es am dünnsten ist. Ein Brett vor dem Kopf haben Wer ein Brett vor dem Kopf hat, ist begriffsstutzig: Wenn man mit ihm über Politik redet, hat er einfach ein Brett vorm Kopf. Die umgangssprachliche Redewendung geht darauf zurück, dass man früher einem störrischen Ochsen bei der Arbeit die Augen mit einem Brett verdeckte. Bretter, die die Welt bedeuten Diese Umschreibung für "Theaterbühne" geht auf Schillers Gedicht "An die Freunde" (1803) zurück. Dort heißt es in der letzten Strophe: "Sehn wir doch das Große aller Zeiten/Auf den Brettern, die die Welt bedeuten,/Sinnvoll still an uns vorübergehn." Das Gedicht setzt gegen die große geschichtliche Vergangenheit, gegen die Vorzüge anderer Landschaften und Orte das Recht des Gegenwärtigen, das Hier und Jetzt, das durch Menschlichkeit, Lebendigkeit und Fantasie gegenüber dem historisch Vergänglichen und dem fernen Weltgeschehen seine eigene Qualität gewinnt. Noch Fragen? Montag, 19. November 2007...wozu / zu wem // woran / an was ???![]() Liebe Leserin, lieber Leser, wer kennt sie nicht, die Zeitgenossen, die sich so überlegen vorkommen mit ihrer vermeintlichen Erkenntnis: "Alles ist relativ." Darüber hat sich schon Bertrand Russell im "ABC der Relativitätstheorie" lustig gemacht: "... wenn alles relativ wäre, gäbe es nichts, wozu es relativ sein könnte". Uns interessiert daran eher, ob es nicht heißen sollte: "... nichts, zu dem es relativ sein könnte". Damit wären wir zwar nicht ernsthaft bei der Relativitätstheorie angelangt, aber doch immerhin bei den Relativpronomen. Wir klären die Frage, wann man die Formen "deren" bzw. "derer" verwendet. Schließlich verraten wir Ihnen noch, wo das Wort "relativ" seinen Ursprung hat. Viel Spaß beim Lesen Was Sie schon immer wissen wollten wozu / zu dem // woran / an was usw. Die Kombination von Präposition und Relativpronomen bevorzugt man in Relativsätzen, mit denen man sich auf Personen bezieht: "Diese Reisbauern waren hart arbeitende Menschen, mit denen man herrlich feiern konnte." Aber auch wenn es um Tiere, Sachen oder Begriffe geht, wird meist ebendiese Kombination verwendet: "Diese Uarus, von denen (selten: wovon) nur ganz wenige nach Europa gelangen, sind ausgesprochen schöne Fische." "Eine dunkle Ahnung, mit der die eigentlich recht coole Anlageberaterin nie zurechtgekommen war, beeinflusste ihr halbes Leben." Bezieht man sich jedoch auf ein unbestimmtes Pronomen oder Zahlwort im Neutrum, wird häufig das Pronominaladverb vorgezogen: "... wenn alles relativ wäre, gäbe es nichts, wozu / (zu dem) es relativ sein könnte". "Mir schwant vieles, worum / (um das) ich dich beneiden könnte." Stets wird das Pronominaladverb eingesetzt, wenn der Relativsatz im übergeordneten Satz keinen Bezug hat - hier gilt die Kombination aus Präposition und Relativpronomen als umgangssprachlich: "Worauf (umgangssprachlich: auf was) sich Russells Argument bezieht, kann man sich leicht denken." "Wer wüsste besser, woran (umgangssprachlich: an was) das liegt?" Ebenfalls als umgangssprachlich gilt es, Pronominaladverbien zu trennen: "Warum tadeln, wo das Mädchen wirklich nicht mit rechnen konnte?" Besser: "Warum tadeln, womit das Mädchen wirklich nicht rechnen konnte?" Hätten Sie's gewusst? deren / derer Besetzt das Relativpronomen im Relativsatz die Stelle eines Genitivobjekts (man fragt mithilfe des Verbs: Wessen?) oder ist es auf eine Präposition bezogen, kann man sowohl "deren" als auch "derer" verwenden: "Die Argumente, deren / derer sich der dicke Dozent bediente [Frage: Wessen bediente sich der dicke Dozent?], hatten etwas Bestechendes." "Es waren nicht nur Philosophen und Mathematiker, inmitten deren / derer Russell sich wohlgefühlt hat." Gehört das Relativpronomen dagegen als Genitivattribut (man fragt mithilfe des entsprechenden Substantivs: Wessen?) zu einem Substantiv, verwendet man immer "deren": "Den Schauspielern, deren Leistung selbst dieses eher mittelmäßige Stück zu einem Publikumserfolg gemacht hat [Frage: Wessen Leistung?], zollte auch die ausländische Kritik höchste Anerkennung." "Es waren nicht nur Philosophen und Mathematiker, in deren Mitte Russell sich wohlgefühlt hat." Für Sie nachgeschlagen relativ "bezüglich; verhältnismäßig, vergleichsweise, bedingt; je nach Standpunkt verschieden": Das Adjektiv wurde im 18. Jahrhundert aus gleichbedeutend französisch "relatif" entlehnt, das auf spätlateinisch "relativus" "sich beziehend, bezüglich" zurückgeht. Dies gehört zu lateinisch "relatus", dem Partizip Perfekt von lateinisch "re-ferre" "zurücktragen; vortragen, berichten; auf etwas beziehen" (vgl. "referieren"). In der Grammatik kommt "relativ" als Bestimmungswort grammatischer Termini vor, beachte z. B. "Relativpronomen" und "Relativsatz". Noch Fragen? Donnerstag, 8. November 2007Gewußt wie...![]() Liebe Leserin, lieber Leser, hat Ihnen heute Morgen "der", "die" oder "das" Joghurt geschmeckt? Und schreibt man "Joghurt" oder "Jogurt"? Mehr zu diesen beliebten Streitfragen finden Sie in der ersten Rubrik. Gänsebraten hat keineswegs ganzjährig Saison, sondern wird vor allem rund um den Martinstag serviert. Der Herkunft des Wortes "Gans" haben wir in der zweiten Rubrik für Sie nachgespürt. Falls Ihnen jetzt der Magen knurrt: Zum Schluss haben wir noch nachgeschlagen, was es mit der umgangssprachlichen Fügung "Kohldampf schieben" auf sich hat. Viel Spaß beim Lesen ! Was Sie schon immer wissen wollten Genus und Schreibung von "Joghurt" Joghurtfans können nicht nur engagiert darüber diskutieren, ob purer Genuss den Fruchtvarianten vorzuziehen ist - auch das Genus des beliebten Milchprodukts steht im Mittelpunkt so mancher Erörterung. Standardsprachlich heißt es "der" oder "das Joghurt", wobei das Neutrum vor allem in der Schweiz und in Österreich gebräuchlich ist. Besonders in Ostösterreich wird jedoch auch das Femininum "die Joghurt" verwendet. Bei der Schreibung des Nahrungsmittels, das erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa bekannt ist, haben Sie zwei Möglichkeiten: Neben der von der Dudenredaktion empfohlenen Schreibung "Joghurt" ist auch die Variante "Jogurt" korrekt. Auch beim Plural haben Sie die Qual der Wahl. Ohne sprachliche Bedenken können Sie ruhig mehrere Joghurt/Jogurt oder auch Joghurts/Jogurts verzehren. Hätten Sie's gewusst? Herkunft von "Gans" Das Wort "Gans" gehört - wie etwa auch "grunzen" oder "bauz" - zu den wenigen klangnachahmenden, lautmalenden Wörtern unserer Sprache. Der altgermanische Vogelname beruht auf dem indogermanischen "ghans-"(= [Wild]gans), das wiederum zu der den Gähnlaut nachahmenden indogermanischen Wurzel "ghan-" gehört. Die Gans ist demnach nach ihrem typischen heiseren Ausfauchen mit aufgesperrtem Schnabel benannt. Übrigens wurde die Gans im Altertum vielfach nur als Ziervogel oder als heiliges Tier gehalten. Erst nach und nach erfuhr sie wegen ihrer Federn und ihres schmackhaften Fleisches eine gänzlich andere Wertschätzung. Für Sie nachgeschlagen Kohldampf schieben Die Fügung ist umgangssprachlich gebräuchlich und bedeutet "Hunger leiden". [...] Das Wort "Kohldampf" ist eine tautologische Bildung, deren Bestandteile auf die rotwelschen Bezeichnungen "Kohler, Kol[l]er" und "Dampf" zurückgehen, die beide "Hunger" bedeuten. Auch der zweite Bestandteil der Fügung, das Verb "schieben", ist der Gaunersprache entnommen und stammt vom rotwelschen Begriff "schefften" (= machen, tun) ab. Noch Fragen? Mittwoch, 24. Oktober 2007Höhenflüge und Höllenfahrten![]() ...Lift-Talk und Flur-Funk: Nach ihren Chefs nimmt die Bestsellerautorin und Chefsekretärin Katharina Münk nun die ganze Firma ins Visier. Sie ist die Frau, die weiß, wie Deutschlands Chefs wirklich ticken. Die sich acht, zehn und zwölf Stunden am Tag mit ihren Launen, ihren Niederlagen, ihren Höhenflügen arrangiert. Die bei kalten Strategen, eitlen Selbstdarstellern und heißblütigen Cholerikern kühlen Kopf bewahrt und dem Privatleben der Manager manchmal näher kommt, als ihr lieb ist. Katharina Münk ist eine der Frauen aus den Vorzimmern, die ihren Beruf liebt – gegen alle Widerstände. Achtzehn Jahre lang hat sie still die persönlichste aller Arbeitsbeziehungen mit Fingerspitzengefühl, Intelligenz und Loyalität erfüllt. In den Wievielten möchten Sie? – Für viele beginnt der Tag mit dieser Frage, und dann wird man ausgebremst, angerempelt, ausgefragt, angeschwiegen – über alle Abteilungsebenen hinweg. Im vollbesetzten Fahrstuhl kann man so viele Fehler machen, eine gute Figur oder einen schlechten Eindruck. Unausweichlich und gnadenlos. Man sieht und erfährt Dinge, von denen man gar nichts wissen wollte: »Frau Münk, ich hab’ da was gehört!« Blank polierter Edelstahl, gnadenlos grelles Oberlicht, ein Geruchs-Bouquet aus zu viel Aftershave und Parfums, die nicht so riechen wie sie heißen. Hier hat das Humankapital Gesichter, dicke Bäuche und spitze Absätze. Und hier muss auch der auf Abstand bedachte Penthouse Director durch. Katharina Münks scharfe Beobachtungen führen aus der Chefetage mitten in die pralle Firmenwelt. In den Aufzügen, auf den Fluren und an den Kopierern der Bürohochhäuser tun sich so manche Abgründe auf. Hier finden sich nicht nur Sekretärinnen wieder Montag, 22. Oktober 2007Hätten Sie's gewusst?![]() Liebe Leserin, lieber Leser, in der Kürze liegt die Würze - und manchmal auch die Schwierigkeit. Das gilt unter anderem für die Bildung von Verbformen. "Schreib" oder "schreibe" ich jemandem einen Brief? "Nascht" oder "naschst" du schon wieder von den Süßigkeiten? Wir nehmen in diesem Newsletter sowohl die 1. als auch anschließend die 2. Person Singular des Indikativs Präsens genauer unter die Lupe und verraten Ihnen, wo Sie sich kurzfassen müssen, wo eine Verkürzung freigestellt ist und wo Sie nichts weglassen dürfen. Um das Bild zu vervollständigen, haben wir schließlich noch nachgeschlagen, wie es sich mit Verkürzungen der Verbformen in der 1. und 3. Person Plural verhält: "Schreien" oder "schrein" wir vor Begeisterung über das Tor, "schrieen" oder "schrien" die Zuschauer vor Empörung laut auf? Gute Unterhaltung ! Was Sie schon immer wissen wollten "ich schreibe" oder "ich schreib" Insbesondere bei Verben ist im heutigen Sprachgebrauch eine deutliche Tendenz zu möglichst kurzen, ökonomischen Formen zu beobachten. Das beginnt schon im Indikativ Präsens. In der ersten Person ist das Endungs-e grundsätzlich fakultativ. In Dialekten und in der Umgangssprache wird dabei auch keine Rücksicht darauf genommen, auf welchen Laut der Stamm des Verbs endet: "ich ruf (statt: rufe) dich an"; "ich komm (statt: komme) gleich". In der Standardsprache wird das Endungs-e vorrangig dann weggelassen, wenn der Verbstamm auf einen Vokal oder auf "r", "l", "n" oder "m" endet: "ich droh, ich fahr, ich stell, ich renn, ich komm". Übrigens: Ein solches nicht vorhandenes "e" wird nicht durch einen Apostroph ersetzt. Bei Verben auf "-eln" wird in der Regel das "e" dieser Silbe weggelassen: "ich sammle (statt: sammele)", "ich wechsle (statt: wechsele) das Geld", "ich schummle (statt: schummele) nicht!". Das Endungs-e ist in solchen Fällen allerdings obligatorisch. Formen wie "ich sammel" oder "ich wechsel" kommen zwar in der Alltagssprache vor, gelten aber als nicht standardsprachlich. Verben auf "-ern" wie "blättern", "schlenkern" behalten das "e" dieser Silbe dagegen gewöhnlich bei: "ich blättere", "ich schlenkere". Hätten Sie's gewusst? "du nascht" oder "du naschst" Der Wegfall des "e" in der Endung der 2. Person Singular (du) des Indikativ Präsens ist uns heute sowohl in der Umgangssprache als auch in der Standardsprache vertraut: "du hörst", "du wäschst", "du kommst" usw. Wohl kaum jemand käme auf die Idee, Formen wie "du beweisest" oder "du entkommest" noch zu verwenden. Bei Verben auf "-t" oder "-d" bleibt das "e" allerdings auch heute noch erhalten: "du findest", "du gestaltest" etc. Das gilt jedoch nicht, wenn der Vokal des Verbs wechselt: "raten" - "du rätst", "einladen" - "du lädst ein". Manchmal kommt man bei der Verkürzung der Verb-Endung in der 2. Person Singular in Versuchung, aus lautlichen Gründen zu viel des Guten zu tun. Das Weglassen des "s" nach "sch" in Formen wie "du wäscht", "du nascht", "du wischt" ist in der Standardsprache nicht zulässig. Richtig muss es heißen: "du wäschst", "du naschst", "du wischst". Vorsicht auch bei Verben, deren Stamm auf "-t" endet. Hier wird das "t" aus lautlichen Gründen im Schriftbild gern versehentlich unter den Tisch fallen gelassen: Dabei entstehen nicht korrekte Formen wie "du hälst" (halten), "du flichst" (flechten). Richtig sind hier aber nur die Formen "du hältst", "du flichtst". Lediglich beim Verb "bersten" wird in der 2. Person Singular die phonetisch vereinfachte Form "du birst (statt: birst-st)" verwendet: "Du birst ja vor Stolz!" Zugegebenermaßen handelt es sich hier um eine Verbform, die uns im sprachlichen Alltag so gut wie nie begegnen wird. Aber man kann ja nie wissen ... Für Sie nachgeschlagen wir, sie schreien / schrein, schrieen / schrien Das e der Endung -en in der 1. und 3. Person Plural Indikativ des Präsens Aktiv sowie des Konjunktivs I kann nach Vokal oder "h" wegfallen; dies geschieht vor allem in der Literatur aus vers- und satzrhythmischen Gründen und in der (gesprochenen) Umgangssprache. Nach -"ie" wird es nicht geschrieben, es fällt also in der 1. und 3. Person Plural Indikativ des Präteritums Aktiv sowie des Konjunktivs II und im Partizip II weg: wir (sie) schrien (statt: schrieen), wir (sie) fliehn / flohn / flöhn (statt: fliehen / flohen / flöhen); wir (sie) knien, schrien. In diesen Fällen wird kein Apostroph gesetzt. Noch Fragen? Dienstag, 9. Oktober 2007Was Sie schon immer wissen wollten![]() Liebe Leserin, lieber Leser, seien Sie froh, dass Sie nichts mit Jimena zu tun haben; die ist nämlich ein richtiges Aas - genauso wie Gerlinde: also gleich zwei, zwei ... "Aase" oder "Äse"? Diese Unklarheit beseitigen wir. Manchmal ist ja weniger mehr. Dass weniger mehr sein soll, scheint wiederum auf den ersten Blick eine gewagte Behauptung zu sein, ja es ist sogar ein Widerspruch - aber einer der besonderen Art: ein "Oxymoron". Mehr darüber erfahren Sie jetzt. Viel Spaß beim Lesen ! Was Sie schon immer wissen wollten Hätten Sie's gewusst? Oxymoron Der Ausdruck Oxymoron (von griech. "oxys" = "scharf, spitz, scharfsinnig" und "moros" = "einfältig, dumm") bedeutet so viel wie "klugdumm" und bezeichnet Wendungen, die logisch betrachtet zunächst einmal widersprüchlich sind, bei näherer Betrachtung und in bestimmten Zusammenhängen aber durchaus einen (Hinter)sinn offenbaren. Einige Oxymora zählen zu den verbreitetsten Standards unserer Alltagsrhetorik: Weniger ist mehr. Das Schweigen der Lämmer sagte alles. Das Aas quittierte mit einem bittersüßen Lächeln. Nur die Konvertiten vernahmen deutlich Gregors lautlosen Schrei. Eile mit Weile! Solche Standards verkommen allerdings leicht zu bloßen Worthülsen. Neu und angemessen gebildet kann ein Oxymoron dagegen eine verstörende rhetorische Kraft entwickeln. Zwei beeindruckende Beispiele dafür finden sich in den ersten Zeilen der "Todesfuge" von Paul Celan: "Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends // wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts // wir trinken und trinken // wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng // [...]". Für Sie nachgeschlagen Aas In dem neuhochdeutschen Wort "Aas" sind zwei verschiedene Wörter zusammengefallen, nämlich mittelhochdeutsch, althochdeutsch "az" ("essen, Speise, Futter") und mittelhochdeutsch "as" ("Futter, Fleisch zur Fütterung der Hunde und Falken, Fleisch eines toten Körpers"). Beide Wörter gehören im Sinne von "Essen, Fraß" zu der Wortgruppe von "essen" und sind z. B. verwandt mit altenglisch "aes" ("Futter, Nahrung, Köder") und mit altenglisch "aet" ("Speise, Nahrung, Fleisch") und altisländisch "at" ("Speise, Nahrung"). An die alte Bedeutung des Substantivs "Essen, Futter, Fleisch" schließen sich an die Ableitungen "äsen" = "fressen" (vom Wild) und das seit dem 18. Jh. bezeugte "aasen" = "Fleisch von den Häuten schaben" (Fachwort der Gerber und Kürschner), dann "in Speisen herumsudeln, Nahrung vergeuden", worauf die umgangssprachliche Verwendung im Sinne von "verschwenden" beruht. Plural von "Aas" Aas - woher kommt das Wort eigentlich? Das haben wir für Sie noch nachgeschlagen. Keine der oben angebotenen Pluralformen ist ein Treffer. Schade. Dabei hat "Aas" schon zwei verschiedene Pluralformen, nämlich "Aase" und "Äser". "Aase" gilt als standardsprachliche Pluralform für "Aas" in der Bedeutung von "verwesende Tierleiche, Kadaver": Nach der Dürre war die Serengeti übersät mit Tausenden von Gnu-Aasen: eine Katastrophe für das Land, ein Fest für Geier und Hyänen. Dagegen gilt die Pluralform "Äser" als umgangssprachlich und wird meist für die Bedeutungsvariante "gemeiner, niederträchtiger Mensch" eingesetzt: Jimena und Gerlinde - was für Äser! Noch Fragen? Freitag, 21. September 2007Was Sie schon immer wissen wollten![]() Liebe Leserin, lieber Leser, wie verhält sich der "schwarze Tee" zum "Schwarztee" und das "Hohelied" zum "Hohen Lied"? Mehr über die Besonderheiten dieser und ähnlicher Fügungen erfahren Sie in unserer heutigen Ausgabe. Wenn man "niemand" gesehen und mit "niemandem" gesprochen haben will, hat man sich vielleicht elegant aus der Affäre gezogen, aber man sollte dabei auch immer die Grammatik beachten. "Niemand anders" als wir erklärt Ihnen in der zweiten Rubrik, was in diesen Fällen richtig ist. Schließlich zeigen wir Ihnen noch, wie abwechslungsreich man doch formulieren kann, wenn man eigentlich "niemand" meint. Gute Unterhaltung ! Was Sie schon immer wissen wollten Hohelied / Hohes Lied Es gibt eine Reihe von Eigennamen und festen Fügungen aus einem Adjektiv und einem Substantiv, die einem Kompositum - also einem zusammengesetzten Substantiv - nahestehen. Dazu zählen beispielsweise "das Rote Kreuz", "der Stille Ozean", "das Schwarze Meer", aber auch "das Schwarze Brett", "der italienische Salat" oder "der schwarze Tee". Beim schwarzen Tee wird diese Nähe am deutlichsten, gibt es doch auch die Zusammensetzung "der Schwarztee". Beim Roten Kreuz lässt sich die Tendenz zum Kompositum in Ableitungen beobachten, z. B. "der Rotkreuzwagen", "die Rotkreuzschwester". All die genannten festen Fügungen zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Bedeutung des Gesamtgefüges nicht ohne Weiteres aus der Aneinanderreihung der Inhalte der Einzelwörter ergibt. Im Unterschied zum Kompositum werden bei der festen Fügung jedoch beide Glieder dekliniert: "im Schwarzen Meer" oder "im Stillen Ozean" baden, eine Aktion "des Roten Kreuzes", einen Anschlag "am Schwarzen Brett" machen; ebenso: "den italienischen Salat", "des schwarzen Tees". Recht selten sind die Fälle, in denen man die Getrennt- und Zusammenschreibung in gleicher Form nebeneinander findet. Bekannte Vertreter sind "das Hohe Lied" oder eben "das Hohelied" und "der Hohepriester" bzw. "der Hohe Priester". Aber Achtung: Bei flektierten Formen weichen die beiden Versionen schon wieder voneinander ab: des "Hohepriesters" oder des "Hohen Priesters", im "Hohelied" bzw. im "Hohen Lied". Hätten Sie's gewusst? Deklination von "niemand" Der Akkusativ und Dativ von "niemand" kann sowohl eine Flexionsendung haben als auch endungslos sein: "Sie hat niemand[en] gesehen und mit niemand[em] gesprochen." Im Akkusativ wird die endungslose Form oft sogar bevorzugt: "Ich kenne niemand (seltener: niemanden), der so etwas kann." Der Genitiv lautet "niemandes" oder "niemands": "Er hat niemandes/niemands Auto beschädigt." In der Verbindung von "niemand" mit "anders" oder mit einem substantivierten Adjektiv wird heute die endungslose Form bevorzugt: "Er wollte niemand anders um sich haben" oder: "Er wollte niemand anderen um sich haben"; seltener: "Er wollte niemanden anders um sich haben". Entsprechend mit einem substantivierten Adjektiv: "Sie schenkte niemand Fremdes ihr Vertrauen oder "Sie schenkte niemand Fremdem ihr Vertrauen"; seltener: "Sie schenkte niemandem Fremdes ihr Vertrauen". Für Sie nachgeschlagen niemand keine einzige Person, kein Einziger, keine Einzige, keine [Menschen]seele, keiner, keine, kein Mensch (gehoben): keine Macht der Erde/Welt, nicht einer, nicht eine, nicht ein Einziger, nicht eine Einzige (umgangssprachlich): kein Aas (salopp): kein Schwanz, kein Schwein, kein Teufel (derb): keine Sau (veraltend): keine lebendige Seele Noch Fragen? Montag, 3. September 2007Office Management![]() Liebe Leserinnen und Leser, Kennen Sie das auch? Ständig unterbrechen Telefonanrufe oder Bürobesucher (Mitarbeiter oder gar Kunden) Ihren Arbeitsrhythmus und stören Sie bei der Arbeit. Hinzukommt, dass Informationen entweder nicht an Sie kommuniziert, falsch abgelegt oder nicht optimal aufbereitet sind. Unklare Arbeitsanweisungen, Terminvereinbarungen, die nicht eingehalten und eine Fülle an nebensächlichen Details erschweren Ihnen die Arbeit und lassen Ihnen keine Zeit, sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Als wäre das noch nicht genug, sehen sich vielleicht gar noch dem Groll verärgerter Mitarbeiter ausgesetzt, die im Sekretariat nicht den Service erhalten, wie diese ihn erwarten. Wenn dies wesentliche Merkmale des Arbeitsalltags in Ihrem Unternehmen sind, sollten dringend Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz in Sekretariat in Angriff genommen werden. Denn: Jede/r Vorgesetze(r) ist auf Assistentinnen angewiesen, die die Organisation und Planung voll im Griff haben! Tatsächlich sieht es aber in deutschen Büros statistisch betrachtet wie folgt aus: ::: 13 Prozent der gesamten Arbeitszeit werden für das Suchen von Unterlagen verwendet. ::: Die Bearbeitung von E-Mails erfordert durchschnittlich einen zeitlichen Aufwand von 72 Minuten pro Tag. Nur jede dritte E-Mail ist dabei für den Empfänger relevant ist. ::: 70 Prozent der Ursachen für Reklamationen von Kunden entstehen im Bereich der Verwaltung/ Administration. ::: Nur ca. ein Prozent der Arbeitszeit wird für die Wertschöpfung verwandt. Ohne Zweifel: Wer es bis zur Chefsekretärin geschafft hat, zeichnet sich in der Regel durch eine höhere Arbeitseffizienz aus als der Durchschnitt der Büroangestellen. Wäre dem nicht so, würde man eine solch verantwortungsvolle Position nicht bekommen haben. Dennoch sind die Anforderungen gewaltig – und Verbesserungspotenzial werden häufig nicht ausgeschöpft. Als zentrale Informations- und Organisationsdrehscheibe im Unternehmen, gehen die Tätigkeiten und Anforderungen im Chefsekretariat weit über die Erledigung der klassischen Sekretariatsaufgaben hinaus: Neben vielen Organisations-, Personal- und Marketingaufgaben spielt das Zuarbeiten zu den Aufgaben des Chefs eine der wichtigsten Rollen. Sekretärinnen bzw. Assistentinnen sind mit den steigenden Managementanforderungen stark gefordert und geraten mit ihrem bisherigen Arbeitsstil schnell an Grenzen. Der (Leidens-)druck ist im Vergleich zu anderen Officetätigkeiten häufig besonders hoch. Und jede/r Manager/-in braucht Assistenten/-innen, die ihn unterstützen und entlasten. Nutzen höhere Büroeffizienz im Sekretariat? In dem nachfolgend beschriebenen vierstufigen Büroeffizienz-Prozess geht es zunächst um die Verbesserung der Selbstorganisation der Assistenzkräfte. Die zweite Stufe beinhaltet die Weiterentwicklung von Standards, und im dritten Schritt die Optimierung von Arbeitsprozessen. Abschließend gilt es im vierten Schritt Elemente zur Nachhaltigkeit und stetigen Weiterentwicklung der Effizienz im Büro einzuführen. Am Ende eines solchen Prozesses können Chefsekretariat und Unternehmen dann folgende Verbesserung verzeichnen: ::: Drastisches Reduzieren von Durchlaufzeiten ::: Optimales Nutzen der Bürofläche und des Büromaterials ::: Bessere Zusammenarbeit mit dem Chef und mit Kontaktstellen ::: Deutliche Steigerung der Produktivität ::: Und besonders wichtig: eine deutliche Entlastung des Chefs! Office Excellence – die vier Stufen zu mehr Effizienz im Büro ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Stufe 1: Steigern der Selbstorganisation ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Auf der ersten Stufe steht die Steigerung der Selbstorganisation, dies geschieht mit Hilfe der 5-A-Kampagne: ::: Aussortieren ::: Arbeitsplatz säubern und nur die notwendigen Dinge einräumen ::: Arbeitsmittel ergonomisch anordnen ::: Anordnungen zum Standard machen ::: Auf die Plätze fertig los: Das „Sofortprinzip“ Einen möglicher Ansatz zur Steigerung der Akzeptanz, ist das Wegwerfen auf Probe. So lässt sich beispielsweise durch das Wegwerfen auf Probe leicht feststellen, ob die jeweiligen Gegenstände gebraucht werden oder nur unnötige Platzfresser sind. Jeder Gegenstand bekommt einen festen Platz. Am besten ist die Anordnung in U-Form, wobei die Anordnung immer nach der Regel „Je häufiger gebraucht desto näher am Arbeitsplatz“ gilt. ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Stufe 2: Verbesserung der Zusammenarbeit durch Standards ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Ist die erste Stufe abgeschlossen, werden im nächsten Schritt die aus der Selbstorganisation gewonnenen Erkenntnisse zu Standards weiterentwickelt. Mögliche Standards für die Büroorganisation sind einheitliche Checklisten, eine für sich selbst sprechende PC-Verzeichnisstruktur sowie eine zentrale Nutzung von Arbeitsmitteln. Der Nutzen dieser Maßnahmen liegt im Vereinfachen der einzelnen Arbeitsabläufe und der damit verbundenen Zeitersparnis. Des weiteren schafft die Vereinheitlichung transparente Arbeitsabläufe, die ein reibungsloseres Arbeiten ermöglichen. ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Stufe 3: Optimieren der Ablauf- bzw. Arbeitsprozesse ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Generell ist festzuhalten, dass sich nur bei messbaren Prozessen eine langfristige Verbesserung nachweisen lässt. Gerade aber solche elementaren Kennzahlen und Messgrößen fehlen für die Bürotätigkeit. Im Benchmarkingprojekt „Office Excellence“ ließen sich Durchlaufzeiteneinsparungen von bis zu 80 % nachweisen. Die Optimierung der Arbeitsprozesse beginnt mit einer Bestandsaufnahme der Prozesse. Die Wertschöpfungskette wird vom Kunden her beschrieben, Messgrößen werden definiert und mit Soll-Werten als Ziel versehen. Der Nutzen ist, dass das Office dem Arbeitsprozess entsprechend gestaltet wird und Zielvorstellungen entwickelt werden, d.h. mehr Produktivität in die „richtige“ Richtung. So wird der Wertschöpfungsanteil im Office erhöht! ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Stufe 4: Nachhaltige Verbesserung ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Ein grundlegendes Problem: Ebenso schnell, wie Erfolge sichtbar werden, schleichen sich auch wieder alte Gewohnheiten ein. Aus diesem Grund ist es im vierten Schritt wichtig sicherzustellen, dass es nicht bei einer einmaligen „Ab heute wird alles ganz anders!“ Aktion bleibt, sondern eine kontinuierliche Verbesserung in Gang kommt. Um das „Feuer“ der Effizienz am Leben zu erhalten, sind regelmäßige Überprüfungen der relevanten Soll-Werte unerlässlich. In definierten Abständen finden Follow-Up-Elemente statt, z.B. Effizienz-Audits oder Büroeffizienz-Besprechungen. Die Inhalte sind: ::: Systematische und gezielte Suche nach Verbesserungen ::: Vereinbarung und Definition von Zielen, die überprüft werden ::: Feedback bzw. Rückmeldung über den aktuellen Stand Weiterhin wesentlich zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit sind schnelle Umsetzungserfolge, sogenannte “Quick Wins”. Erfolgserlebnisse sind die besten Motivatoren und damit das beste Instrument, um die Motivation zur fortlaufenden Verbesserung aufrechterhalten. Außerdem ist die schnelle und unmittelbare Rückmeldung über Ergebnisse und erkannte Fehler wichtig. Durch die beschriebenen Maßnahmen wird der Arbeitsbereich Chefsekretariat transparent und der Arbeitsprozess im Sinne des Flussprinzips gestaltet. Kapazitätsgewinn und Chefentlastung sind direkte Folgen. Stephan Teuber ... Loquenz Unternehmensberatung GmbH
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