KategorienAktuelle EinträgeWie war Ihre Woche?
Freitag, September 3 2010 TopJob Today Donnerstag, September 2 2010 Arbeitsmarktentwicklung 08/2010 Dienstag, August 31 2010 Handwerk stabilisiert Beschäftigung Mittwoch, Juni 16 2010 Befristung Dienstag, Mai 18 2010 Employer Branding: Lockstoff für Jobs... Donnerstag, Februar 11 2010 Tabus des Anschreibens: zu lang, zu kurz oder zu schwülstig Mittwoch, Februar 10 2010 Femme digitale Mittwoch, Februar 10 2010 Frauenanteil Führungspositionen Mittwoch, August 5 2009 Teil 10: Bewerbungstraining Mittwoch, Juli 15 2009 Blog abonnierenMessetermineTranslate |
Dienstag, 24. März 2009Wer bietet mehr?![]() Nun haben auch das Ifo-Institut, das DIW und das RWI ihr bisherigen Prognosen eingestampft und sind sich einig: Deutschlands Wirtschaft wird 2009 dramatisch schrumpfen, zuvor hatte schon der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, die Wirtschaftsleistung in Deutschland für 2009 um fünf Prozent zurückgeschraubt. Auch für 2010 werden relativ pessimistische Prognosen abgegeben, bis zu 6 Prozent wäre ein Rückgang der Wirtschaftsleistung denkbar. Noch im Januar war ein Minus zwischen 1 bis 2 Prozent vorausgesagt, bis zu 1,2 Millionen zusätzliche Arbeitslose seien nicht ausgeschlossen. Tatsächlich stochern alle mit der Stange im Nebel, keiner hat eine wirklich Lösung, aber mit negativen Prognosen überbieten sich die "Experten" fast täglich. Ist es eine gesunde Lust am Untergang oder wie erklären sich solche Vorgänge. Für die gegenwärtige Krise liegen keine Modellbeschreibungen vor, die eine seriöse Vorhersage auf Basis vergleichbarer Situationen zulassen. Anzunehmen, daß während diese Zeilen entstehen, bereits Prognosen von 8 Prozent im Umlauf sind. Die Aussicht einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung rückt mit solchen Aktionen nur näher, wenn pausenlos auch auf den kleinsten Hoffnungsfunken eingedroschen wird. Mit einer solchen Einstellung, das wird jeder in seinem Leben bereits erfahren haben, läßt sich keine positive Veränderung erzeugen. Besonnenheit, Lösungen und Optimismus sind die Träger einer Veränderung, weniger Geräusche - mehr Signale, daß ist konstruktiv. Pessimismus blockiert Selbstheilungskräfte. Man erntet, was man sät. Montag, 19. Januar 2009Das verschwundene Wort - Kein x für ein Y![]() ![]() Kein x für ein Y Die Wahlen in Hessen haben eindrucksvoll gezeigt, was die Menschen von Zeitgenossen halten, die Wortbruch als legitim ansehen und wie schnell Vertrauen verspielt ist. Unmittelbar nach Veröffentlichung der Prognosen erklärte die hessische SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Ypsilantin ihren Rücktritt. Vor einem Jahr noch – vor der turnusgemäßen Wahl – hatte sie eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ausgeschlossen, kurze Zeit später wollte sie sich mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen lassen. Bürger und Arbeitnehmer wollen eine eine glaubwürdige Politik. Dies gilt für alle Lebensbereiche. Wer möchte schon einen Chef oder ein Unternehmen, wo das Wort nichts mehr gilt oder wo Zusagen keine Gültigkeit mehr haben, sei es in Fragen z. B. einer Beförderung - beruflichen Entwicklung oder Gehaltserhöhung. Auch darüber stimmen Mitarbeiter ab, in der Praxis drückt sich dieses Verhalten in zurückgehaltener Leistungsbereitschaft, auf Motivation, Identifikaton und diverse anderen Kriterien aus. Einen „Denkzettel“ gibts dafür in den meisten Fällen, manchmal wird zeitversetzt abgestraft - aber meist mit gravierenden Folgen für den, der sich nicht an sein Wort gebunden fühlt. Es stimmt nur unsäglich traurig und betroffen, wenn dadurch tausende Arbeitsplätze zerstört werden. Verantwortung und Ethik definiert sich nicht in immer höherern Renditen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wiegen Vertrauensbrüche besonders schwerwieged. Täglich überschlagen sich die Nachrichten hinsichtlich weiterer Unternehmenszusammenbrüche und damit verbunder Arbeitsplatzverluste. Der angerichtete Schaden ist kaum noch zu überschauen. Auch die gegenwärtig Weltwirtschafts - Krise ist in erster Linie eine Vertrauenskrise. Montag, 18. August 2008Spam me "Viagra" or "Enlarg...
Deutschland - El dorado der Viagraindustrie?
![]() Der Schaden geht in die Milliarden. Wer hat es nicht selbst schon erlebt, kein Auge bleibt trocken, keiner bleibt verschont, es trifft jeden irgendwann. Es grassiert wie eine Seuche. (Kleiner Tipp an die Herren) Wenn Sie Potenzmittel gar nicht interessieren, weil Sie eine Kanone im Bett sind: Lesen Sie trotzdem weiter, es trifft jeden, früher oder später. Denken Sie beim nächsten Mal daran, es sind wissenschaftlich belegte Ergebnisse... Von den diversen Studien über Spam-Fluten in unseren Postfächern bis zu Viagra & Co. ist es kein weiter Weg. Kaum ein Tag vergeht, der nicht ungezählte Mails in unsere Postfächer spült, die die Vorteile dieser Wunderpillen anpreisen. Folgt man rein ökonomischen Betrachtungen, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss: Wo kein Markt, da kein Angebot. Bereits 1994, so eine US-Studie, "Massachusetts Male Aging Study" (MMAS-Studie) litt die Hälfte der männlichen Bevölkerung in den USA zwischen 40 und 70 Jahren an Impotenz. In Deutschland leiden etwa fünf Millionen Männer an Erektionsstörungen, medizinisch auch als erektile Dysfunktion (ED) bekannt. Dieser Umstand scheint nicht ohne Nebenwirkung auf die E-Mail - Postfächer geblieben zu sein. Besteller solcher Wundermittel seien gewarnt. Wer den Versuchungen nicht widerstehen kann, erhält zumindest in manchen Fällen eine "Wundertüte" der besonderen Art. Häufig erreichen den Besteller dann per Post Pfefferminzbonbons oder aber Zusammensetzungen, die selbst den ausgebufftesten Analysten in den Forschungslabors Schweiss auf die Stirn treiben. "Sie haben dann für die geplante erotische Nacht bestenfalls einen frischen Atem vorzuweisen oder es tun sich völlig neue Erfahrungsfelder auf." Und ich muß Sie bitten, denken Sie daran: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Oder was nützt es, wenn die Potenz wiederkommt aber die Kopfschmerzen bleiben?! Wenn sich die rötlichen Schleier vor Ihren Augen verziehen , sich wieder Konturen in ihrer Umgebung abzeichnen, wenn Sie nicht mehr nach Luft japsen sondern ihre Atmung in das Stadium eines Apnoe-Tauchers auf 100 Meter Tiefe übergleitet, dann, spätestens dann, sind Sie über den Berg. Bleiben Sie Deutschland braucht weiterhin den Aufschwung, trefflich streiten lässt sich allerdings darüber, ob er bei den Herren der Schöpfung in der Hose anfangen muss. Ihre Tess Donnerstag, 1. November 2007Männerdämmerung![]() Männerdämmerung " In den USA gibt es viele Männer, die nicht allein mit einer Frau in den Firmenaufzug steigen". So der Personaldirektor einer grossen Zeitarbeitsfirma aus Hessen. Zehn Jahre lang war er in amerikanischen Unternehmen tätig. "Ich hatte selbst Kollegen, die das nicht gemacht haben", erinnert er sich. Von mehreren weiteren Kollegen hat er es gehört. "Die blieben draußen stehen oder stiegen vor ihrem eigentlichen Ziel aus", sagt er. So zu lesen auf den Seiten des jobboards www.monster.de in der Rubrik Ratgeber . Und so erfährt man auch gleich weiter: "Um über jeden Zweifel erhaben zu sein. Denn in den USA kann schon ein zu langer Augenkontakt eine Klage wegen sexueller Belästigung nach sich ziehen. Ein republikanischer Abgeordneter trat wegen E-Mail-Anzüglichkeiten zurück. Der Trainer und Präsident einer New Yorker Basketballmannschaft musste 11,6 Millionen Dollar Schadensersatz an eine von ihm belästigte Mitarbeiterin zahlen. Und in Texas wurde ein Vierjähriger vorübergehend von der Vorschule suspendiert, weil er einer Erzieherin an die Brust gefasst hatte". Also meine Herren, bleiben wir mal wieder am Boden, lassen frische Luft ins Oberstübchen und beruhigen wir uns wieder… Kommen wir doch gern noch mal zurück auf besagten Firmenaufzug, denn im Umkehrschluss: Es gibt viele Frauen, die nicht gemeinsam mit einem Mann in den Fahrstuhl steigen. Niemand teilt gern ein Territorium - genannt Fahrstuhl - in einer Abmessung von 3 x 2 Metern, mit irgendwelchen Mitmenschen, die einem noch dazu unter Umständen richtig auf die Pelle rücken. Ergo - nicht immer ist es schlüssig, ein Feindbild zu kreieren, um dann aus einer vorgeblich unterlegenen Position eine Art Verteidigungsdiskurs zu führen! Sexuelle Belästigung war vom 1. September 1994 bis zum 18. August 2006 laut dem Gesetz zum Schutz der Beschäftigten vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz (Beschäftigtenschutzgesetz - BeSchG) "jedes vorsätzliche, sexuell bestimmte Verhalten, das die Würde von Beschäftigten am Arbeitsplatz verletzt" In der Europäischen Union ist, ausgehend von einem Vorschlag der Europäischen Kommission, sexuelle Belästigung folgendermaßen definiert: Wenn ein geschlechtsbezogenes Verhalten, das sich in verbaler, nichtverbaler oder physischer Form äußert, die Verletzung der Würde einer Person oder die Schaffung eines durch Einschüchterungen, Anfeindungen, Herabsetzungen, Demütigungen, Beleidigungen oder Verstörungen geprägten Umfelds bezweckt oder bewirkt. Um es auf die Spitze zu treiben: Für Recruiter und Personaler zweifellos ein hartes Brot. Wer denn nun feststellen möchte, ob der/die Bewerber/in einen steten Blick, eine innere Ruhe aufweist, der hat möglicherweise schlechte Karten. Das könnte auch schon als Gier verstanden werden. Daher der gut gemeinte Rat an Personaler: Suchen Sie einen Fixpunkt in Ihrem Büro, z. B. das Bild der Gattin auf dem Schreibtisch und klammern Sie den Blick daran fest. Selbst wenn´s schwer fällt. Auch auf die Gefahr hin, dass der Bewerber/in nach dem Gespäch den Eindruck mitnimmt, sie seien ein wenig zerstreut, introvertiert oder möglicherweise garnicht interessiert und Ihnen anschliessend noch den Garaus macht wegen Verstosses gegen das AGG . Übrigens empfehle ich allen, die es besser wussten und geschwiegen haben, den neuen Bestseller von Katharina Münk "Hohenflüge und Höllenfahrten" , einer erprobten Chefsekretärin, die sich in Sachen Fahrstuhl nun wirklich auskennt ... Ihre Tess Dienstag, 2. Januar 2007Die kluge Sekretärin![]() Ich suchte eine neue Sekretärin. Meine letzte hatte der Teufel geholt. Ich hatte es ihr hundertmal gewünscht. „Daß Dich der Teufel hole!“ Darauf tat er es und ich saß da. Diesmal wollte ich eine besonders kluge Sekretärin. Eine Sekretärin mit guter Allgemeinbildung. Man tut sich beim Diktat leichter. Auch für das allgemeine Ansehen ist es gut.„Wie gescheit ist schon die Sekretärin!“ sagen sich die Leute, „wie klug und intelligent muß dann erst der Chef sein!“ Die erste Bewerberin trat ein... Sie war hübsch und anmutig. „Ich hatte Pech mit meiner letzten Sekretärin“ sagte ich, „sie war dumm wie Bohnenstroh. Deswegen suche ich diesmal eine kluge und intelligente Sekretärin. Die Arbeit macht mehr Spaß, wenn auch der andere über eine gewisse Allgemeinbildung verfügt. Ich möchte darum vorher drei Prüfungsfragen an Sie richten.“ „Bitte. Gern“ Wie heißt die Hauptstadt von Norwegen?“ „Kopenhagen.“ „Leider nein. Es ist Oslo. Aber man irrt sich ja gern. Eine zweite Frage: An welchem Leiden litt Beethoven?“ „Er hatte nie Geld.“ Ich verschluckte meine Antwort. „Was verstehen Sie unter einem Fjord?“ „Eine bekannte Automarke.“ „Nein. Die Automarke heißt Ford. Ein Fjord ist ein Einschnitt des Meeres ins Land mit steilen Uferwänden“ sagte ich und erhob mich, „ich kann mich im Moment noch nicht entscheiden, liebes Fräulein - ich treffe meine Entscheidung schriftlich - Ihren Namen habe ich notiert - Sie hören von mir.“ Die zweite Sekretärin war eine Hochblondine. Sie kam direkt von der Schönheitsköniginnenwahl. Sie hatte verloren. „Der Posten verlangt gewisse Ansprüche“, begann ich, „ich möchte daher zuvor drei Prüfungsfragen an Sie richten, wenn es Ihnen recht ist.“ „Bitte!“ sagte sie, „nur zu!“ „Wer ist der Komponist der Lustigen Witwe?“ „Mozart!“ „Nein. Mozart schrieb die Zauberflöte. Wissen Sie zufällig, von wem der Text der Zauberflöte ist?“ Ihre Augen leuchteten strahlend auf. „Von Reinhard Mey!“ Ich versuchte ein dritte Frage: „Was ist eine Windhose?“ „Ein Strandhöschen für heiße Tage.“ Die dritte Bewerberin wartete im Vorzimmer. Ich bat sie herein. Mir verschlug es die Rede. Sie sah aus wie ein Märchen. Mir blieb der Verstand stehen. Ich konnte nur auf einen Stuhl deuten. Mein Adamsapfel ging rauf und runter. Ich spürte es deutlich. Zum Teufel mit dem dummen Fragen? Sie war ohne Fragen engagiert. „Mein Fräulein“, sagte ich, „Sie sind ...“ Sie winkte ab. „Ich hatte Pech mit meinem letzten Chef“, sagte sie, „er war dumm wie Bohnenstroh. Deswegen suche ich diesmal einen klugen und intelligenten Chef. Die Arbeit macht mehr Spaß, wenn auch der andere über eine gewisse Allgemeinbildung verfügt. Ich möchte darum gern drei Prüfungsfragen an Sie richten.“ Ich saß starr und beklemmt. „Bitte!“ sagte ich tonlos. Wann und wo wurde Goethe geboren?“ „In Weimar!“ stotterte ich. „Die Jahreszahl ist mir entfallen.“ „1749 und außerdem in Frankfurt. Die zweite Frage: Auf welcher Insel lebte Robinson?“ „Auf Crusoe!“ stieß ich aufgeregt hervor. Ich wußte sofort, daß es falsch war. „Auf Masatiera in der Gruppe der Fernandezinseln!“ wurde ich belehrt, „jetzt eine dritte und leichtere Frage: Was ist ein Tonsur?“ „Das, was ich da oben habe!“ „Nein - Sie haben eine ganz gewöhnliche Glatze!“ sagte das schöne Mädchen und erhob sich. „Ich kann mich im Moment nicht entscheiden - ich treffe meine Entscheidung schriftlich - Ihre Adresse habe ich notiert - Sie hören von mir.“ Draußen war sie. Ich aber saß da, aller Hoffnungen beraubt, und engagierte die Nächstbeste, für die die Blaue Grotte ein Bierlokal war, die mit der Orthographie in bitterer Feindschaft lebte und die alle paar Minuten in mein Zimmer kam, da sie ihr eigenes Stenogramm nicht lesen konnte. Montag, 27. November 2006"Gelesen, gelacht, gelocht"![]() "Gelesen, gelacht, gelocht" So etwa muss man sich wohl die Reaktion einiger Akteure der aktuellen Schmiergeldskandale und Korruptionen vorstellen, nachdem sie die "Business Conduct Guidelines" mit ihrem Arbeitsvertrag unterzeichnet hatten. Eine Serie neuer Korruptionsaffären, Geheimfonds und Untreue als Dauerbrenner in den Gazetten. Razzien laufen bei Siemens an, weil der Verdacht besteht, dass 200 Mio. abgegriffen wurden, ohne dass im Controlling, bei der Revision oder den Wirtschaftsprüfern die Alarmglocken läuteten. Dazu eine kleine Auswahl der Schlagzeilen aus den letzten Tagen: - Insiderverdacht bei EADS - Ex-Daimler-Manager wegen Untreue vor Gericht - Zweiter Nici-Manager festgenommen - Eon droht dreistellige Millionenbuße - Bandenkriminalität bei Siemens - Ex-VW-Betriebsratschef Volkert verhaftet - Schmiergeld bei Siemens, - Korruption bei VW, - DaimlerChrysler kämpft mit Bestechungsverdachtsfällen Unternehmen, die sog. "Business Conduct Guidelines" einführen, die alle Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsvertrag unterzeichnen müssen, können sich also keineswegs beruhigt zurücklehnen. Daimler-Chrysler hat jetzt innerhalb des Konzerns eine so genannte „Compliance-Organisation“ installiert. Die passt auf, dass alle Geschäftsprozesse gesetzeskonform ablaufen und auch den internen Regeln folgen. Volkswagen berief als erster großer deutscher Autohersteller Ombudsleute gegen Korruption und erhält seitdem durch so genannte „Whistle-Blower“ Informationen über fragwürdige Vorgänge im Unternehmen und bei Zulieferern. Korruption reift offensichtlich zu einer echten Wachstumsbranche heran. Wie ist das möglich? Wohl weil einige - und offensichtlich nicht wenige glauben - dass sich großes Wachstum nur noch da erwirtschaften lässt, wo Bakschisch gezahlt wird. Zehn Prozent der Produktionskosten entfallen auf Bestechung, hat das indonesische Institute for Economic and Social Research unlängst bei der Befragung von 1700 Firmen ermittelt. Freitag, 10. November 2006Fleischwurst erschlägt Metzger![]() Fleischwurst erschlägt Metzger so oder ähnlich kann es Ihnen auch mit dem neuen AGG ergehen. Scheinbar glaubt man sich auf der sicheren Seite. Allerdings, das neue AGG lässt Spielraum für so manche unliebsame Überraschung! Ein einziger übersehener Diskriminierungsaspekt kann erhebliche finanzielle Konsequenzen für Ihr Unternehmen nach sich ziehen. Dabei ist die Sachlage in vielen Fällen unklar. Bei der Auslegung des AGG herrscht noch große Unsicherheit. Das Gesetz verbietet grundsätzlich die Benachteiligung aufgrund der definierten Diskriminierungsmerkmale, es sei denn, es greifen Ausnahmen bzw. Rechtfertigungsgründe. Beispiel einer Stellenausschreibung aus der Praxis: "Wir suchen eine belastbare Sekretärin bis 30 Jahre. Vorausgesetzt wird mehrjährige Berufserfahrung. Sie sollten deutsche Staatsangehörige sein. Zunächst registriert man Ihren eleganten Auftritt. Dann beeindruckt der ungemein souveräne Umgang mit Menschen. Und schliesslich überzeugt die seltene Begabung, sprichwörtlich weiblichen Charme mit gesundem Geschäftssinn zu verbinden. Bewerbungen bitte nur mit Foto und Lebenslauf." Bis vor kurzem hätte aus einer solchen Stellenausschreibung kaum jemand ein Diskriminierungsmerkmal herausgelesen, zumal die angesprochene Klientel dieses Berufsbildes sich in der Praxis ohnehin zu 99 Prozent aus weiblichen Bewerberinnen stellt. Doch seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) Mitte August birgt eine solche Ausschreibung erhebliche Risiken für den Arbeitgeber. Enthält sie doch jede Menge möglicher Benachteiligungen, die das AGG verbietet und ihn möglicherweise schadensersatzpflichtig macht. Diskriminierungsmerkmale sind Rasse, ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter, sexuelle Identität; im Arbeitsrecht: Weltanschauung. Sie können z. B. einen Bewerber einstellen, den Sie unter voller Beachtung des AGG nicht diskriminiert haben, aber gerade dadurch können Sie einen anderen Bewerber diskriminieren. Angenommen Sie versenden an die abgelehnten Bewerber Absagen mit dem Wortlaut: "Wir haben Ihre Bewerbung sorgfältig geprüft, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Sie für die Position nicht berücksichtigen konnten. Ihre ausgezeichneten Qualifikationen, Erfahrungen sind zweifellos eindrucksvoll und für viele Arbeitgeber sehr interessant, decken sich jedoch leider nicht mit den spezifischen Anforderungen der aktuell zu besetzenden Position" Viele Unternehmen gehen dazu über, abgelehnten Bewerbern überhaupt keine Gründe mehr für die Absage zu benennen, um sich nicht angreifbar zu machen. Denn mit einer Formulierung, die wie eine Lobeshymne auf den Bewerber klingt, "Sie sind für unser Unternehmen zu qualifiziert" bewegt man sich auf sehr dünnem Eis. Alles klar? Nein? Nicht nur dieses Beispiel zeigt, dass das AGG gut gemeint sein mag, in der Praxis aber zu absurden Ergebnissen führen kann. Ein Gesetz ist eben auch nur so gut, wie es gemacht wurde... unabhängig davon, wie gut Sie sich auch vorbereitet haben, wie gewissenhaft Sie auch immer arbeiten. Mittwoch, 11. Oktober 2006Cold call![]() Cold Call Researcher am Telefon Die Kaffeetasse auf halber Höhe, das Telefon klingelt, es ruft immer dann einer an, wenn es ungelegen ist. Heute ist wieder so ein Tag. Das Wetter passt irgendwie dazu, zur falschen Zeit am falschen Ort. Irgendeine Executive-Search Agentur aus Frankfurt, "ein Anruf in eigener Sache, ob ich gerade sprechen könne?" "Man - in diesem Fall Frau - möchte mir eine hoch interessante, attraktiv dotierte Position mit Gestaltungsspielraum anbieten. Obwohl die verantwortlichen Entscheider des beauftragenden Unternehmens eigentlich schon wüssten, dass sie ohnehin nur mich nehmen würden". Ich erzähle, dass ich zwar Alles kann und mich vor nichts fürchte, aber mit Sicherheit nicht die angepasste Teamplayerin spielen werde. Ich frage nach, um was es denn überhaupt geht? "Man möchte einige grundlegende organisatorische Änderungen einziehen, weg von diesem "wir haben uns alle lieb". Und mich würde man gern für den Bereich HR-Developement nehmen wollen". Sage, dass ich doch Controllerin bin. Und dass ich im letzten Jahr achtzig Prozent meiner Tantieme für beinharte "Personalanpassungen" kassiert habe. Egal, sagt sie. Es ginge primär um Charisma. Und dass ich mich schnell entscheiden solle, ihr Guthaben auf dem Handy sei gleich alle. Jetzt wusste ich, es war nicht mein Tag. Assistentinnen von Research - Companys rufen nämlich immer vom Festnetz aus an Mittwoch, 2. August 20061,2 Mio für Sekretärin![]() Job in der "Hölle" Helen Green arbeitete vier Jahre als Sekretärin bei der Deutschen Bank Wegen der mutmaßlichen Schikane einer Ex-Mitarbeiterin durch ihre Kolleginnen muss die Deutsche Bank jetzt tief in die Tasche greifen: Die Deutsche Bank ist in Großbritannien wegen Mobbings zu einer Zahlung von 1,2 Millionen Euro verurteilt worden: Eine Angestellte wurde während ihrer Arbeit für die Bank so schikaniert, dass sie zwei Nervenzusammenbrüche hatte. Umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro für vier Jahre als Sekretärin? So ungefähr würde die verkürzte Zusammenfassung eines britischen Gerichtsurteils lauten. Denn ein Londoner Gericht verdonnerte die Deutsche Bank in Großbritannien dazu, einer ehemaligen Angestellten genau diese Summe für jahrelange Schikanen am Arbeitsplatz zu zahlen. Helen Green, die Betroffene, beschrieb die Zeit als vier Jahre "in der Abteilung der Hölle". Die Klägerin, die von 1997 bis 2003 bei Deutschlands größtem Geldhaus angestellt war, hatte in dem Verfahren von geschmacklosen, vulgären und boshaften Bemerkungen ihrer Kollegen berichtet. Sie habe sich schließlich mehr und mehr zurückgezogen und im Stillen geweint. Bank muss den Preis zahlen Die frühere Sekretärin sei jahrelang einer „gnadenlosen Kampagne“ ausgesetzt gewesen, hieß es in dem Urteil. Green hatte während ihrer Zeit bei der Bank unter Depressionen gelitten, die auch nach ihrem Ausscheiden im Jahr 2001 noch anhielten. Während des Prozesses hatte Green geltend gemacht, dass sie von der Chefetage keine Hilfe bekommen habe, um sich gegen das Mobbing zu wehren. Die 36-Jährige sei Opfer "einer vorsätzlichen und abgestimmten Kampagne des Mobbings" anderer Mitarbeiter gewesen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung in London. Die Vorgesetzten der Klägerin kannten die Vorfälle oder hätten von ihnen wissen müssen. Er kritisierte, das Bankhaus habe sich von Beginn der Klage an kompromisslos gezeigt. "Sie haben bis zum Schluss gekämpft. Sie haben verloren. Jetzt müssen sie den Preis zahlen", sagte er über die Vertreter der Bank. Die Deutsche Bank hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, erklärte aber am Dienstag, sie akzeptiere die Entscheidung des Gerichts. In dem Mobbing-Verfahren hatte Green berichtet, sie sei von "einer Bande" von Frauen schikaniert worden. Ein Kollege habe sie zudem sexistisch und herablassend behandelt. Laut Green waren die Schikanen von vier Kolleginnen ausgegangen. Diese wären ständig über sie hergezogen. Wenn sie eine auf die Arbeit bezogene Frage gestellt habe, sei sie manchmal nur angeschwiegen worden. Nachts habe sie ihre Unterlagen wegschließen müssen, weil sie sonst gestohlen worden wären. Außerdem wäre offen darüber geredet worden, wie man Green zum Heulen bringen könnte. "Wie auch immer man es betrachtet, das Verhalten dieser Frauen war unterdrückend und unzumutbar", entschied der Richter. Nach seiner Auffassung hat die Deutsche Bank gegen ihre Pflicht verstoßen, sich um die Mitarbeiterin zu kümmern und solche Situationen im Vorfeld auszuschließen. Green zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Sie habe das Ende eines "langen und schmerzhaften Kampfes" erreicht, sagte Green. Sie habe mit dem Verfahren ein in London weit verbreitetes Thema auf den Tisch gebracht, sagte sie und: "Mein Fall ist kein Einzelfall." So hatte ein hochrangiger Mitarbeiter bei der Broker-Firma Cantor Fitzgerald 2003 Zahlungen durchgesetzt, nachdem ihn sein Chef mit permanenten Beleidigungen zur Kündigung gebracht hatte. Zu Jahresanfang hatten zudem mehrere Beschäftigte der Investmentbank Dresdner Kleinwort - bis vor kurzem Dresdner Kleinwort Wasserstein - eine milliardenschwere Diskriminierungsklage angekündigt. Der Jobblogger ist ein Service von Click here... Stellenmarkt www.sekretaerin.de Donnerstag, 20. Juli 2006...und was machen Sie so?![]() Haben Sie Arbeit für mich? Alles wird besser! Sie sind arbeitswillig aber arbeitslos, weisen multiple Vermittlungshemmnisse auf, (Überqualifiziert bei einem Mangel an Arbeitsplätzen) dann haben sie jetzt allen Grund optimistisch zu sein. Sind Sie bereits 1-Euro-Jobber, also im Sinne des Arbeitsmarktes günstig und billig nachwachsender Rohstoff, der Produktionsverlagerungen nach China oder Bangladesch überflüssig macht? Dann gehören Sie zu den Gewinnern der Arbeitsmarktreformen, auch der kommenden, u. a. 50 + und sog. Kombilohnmodellen. Vieles ist vorangekommen in den vergangenen Monaten. Sie werden sagen, davon hätten Sie nichts gespürt. Sie werden fragen, was Sie davon haben Sehen Sie - und genau an dieser Stellen setzt wieder Ihre Undankbarkeit ein. Fassen wir doch einmal zusammen: Die an ihren damals zuständigen Sachbearbeiter gerichtete Frage nach Arbeit löste Verblüffung aus, wurde ohnehin als Provokation aufgefasst. Sie wurden in Folge nicht mehr zu den ohnehin ergebnislosen Gesprächen bei der unter "Arbeitsagentur" firmierenden ehemaligen Bundesanstalt für Arbeit eingeladen, (im übrigen auch mit einem weitaus dynamischeren Logo als bisher) Es flatterten keine Vermittlungsvorschläge mehr in´s Haus, die allesamt nicht gepasst hätten. Es kommt noch viel besser: Eine den erfolgreichen Unternehmen angelehnte Strategie greift bei der Arbeitsagentur. Es gibt Kundencenter. Sie werden auf u. a. KAS treffen. Nein, nein - nicht wie Sie jetzt denken- eben keine spanische Getränkemarke. Dieses Kürzel steht für Kooperationsgemeinschaft Arbeit und Soziales. Sie werden von Fallmanagern betreut, Sie werden zu seiner Klientel gerechnet. (von Fall zu Fall) Sie sind jetzt (nach aussen) ein "Kunde" - intern bleiben Sie natürlich ein "Fall". Sie werden in eine ganz neue sprachliche Begriffswelt eintauchen, er wird Sie mit Begriffen wie "Profiling" oder "erhöhte Kontaktdichte" vertraut machen. Nein - Sie denken schon wieder in die falsche Richtung - keine Gutscheine für´s Eros-Center. Kein Bearbeitungsstau, keine Wartezeiten - statt dessen workflow-orientierte Prozesse. Man nimmt Sie ganz anders wahr. Gestern noch ein schnöder Arbeitsloser - heute Kunde. Überlegen Sie mal, das lässt sich doch auch im privaten Kreis ganz anders darstellen. Stellen Sie sich vor: Eine dieser mondänen Partys, zu denen Sie regelmässig eingeladen werden. Auf die Frage ... und was machen Sie so? beeindrucken Sie mit einem kurzen Statement, dass sie sich als "Klient in einem sehr grossen Projekt engagieren". Schliessen Sie den Satz mit der trockenen Bemerkung ab, "alle weiteren Fragen wird mein Management sicherlich gern beantworten" Nun, Sie sehen, man kann der ganzen Sache auch eine ganz andere Betrachtung abgewinnen! Ihre Tess PS: Difficile est satiram non scribere. - Es ist schwierig, keine Satire darüber zu schreiben
(Seite 1 von 2, insgesamt 20 Einträge)
» nächste Seite
|
