Liebe Leserin, lieber Leser,
zu Beginn des neuen Jahres werfen wir gleich einmal einen
Blick auf den aktuellen "Baum des Jahres" - den Walnussbaum.
Woher stammt eigentlich der Begriff "Walnuss"? Diese Nuss
knacken wir für Sie in der ersten Rubrik.
Vielleicht sind Sie momentan in der Situation, dass Sie das
eine oder andere Weihnachtsgeschenk doch wieder verscherbeln
wollen? Im zweiten Abschnitt geben wir Ihnen Tipps zur
richtigen Formulierung eines Kaufangebots.
Zu guter Letzt wagen wir noch einen Blick aufs Horoskop.
Keine Sorge, wir erweitern unseren Newsletter nicht um eine
Horoskop-Rubrik, sondern wir haben lediglich für Sie
nachgeschlagen, wo das Wort seinen Ursprung hat.
Gute Unterhaltung!
Was Sie schon immer wissen wollten
Walnuss
Das Wort "Walnuss" ist im Hochdeutschen seit dem 18. Jahrhundert
belegt und stammt aus dem Niederdeutschen (mittelniederdeutsch
"walnut").
Der ursprünglich aus dem Orient stammende Walnussbaum kam aus
Italien zu uns. Daher wurde die Walnuss bis ins 18. Jahrhundert
auch als "welsche Nuss" bzw. "Welschnuss" bezeichnet. Der erste
Bestandteil des Wortes geht somit auf das altgermanische Adjektiv
"welsch" in der Bedeutung "romanisch, bes. italienisch,
französisch" zurück. Der Begriff "welsch" wiederum lässt sich
auf ein germanisches Substantiv zurückführen, das ursprünglich
die keltischen Bewohner westeuropäischer Gebiete bezeichnete und
dem ein keltischer Stammesname (lateinisch "Volcae") zugrunde liegt.
Dieses Substantiv ist in mittelhochdeutsch "walch", althochdeutsch
"walah" und altenglisch "wealh" (= "Welscher") erhalten. Nach der
Besetzung der keltischen Gebiete durch die Römer ging die
Bezeichnung auf die dortige romanische Bevölkerung über, besonders
auf diejenige in Gallien und Italien. Und somit kamen durch die
Vermittlung der Römer schließlich auch die Germanen in den Genuss
einer "welschen Nuss".
Bei den Schweizern wird die Walnuss übrigens auch schlicht und
ergreifend "Baumnuss" genannt.
Hätten Sie's gewusst?
Preiswerter/Preiswerten DVD-Player zu verkaufen
Wenn Sie an Weihnachten überreich beschenkt wurden und jetzt einen
DVD-Player o. Ä. wieder abzugeben haben, kommen Sie vielleicht in
die Verlegenheit, eine Anzeige zu formulieren. Doch dabei stellen
sich oft schon die ersten Zweifel ein. Heißt es nun "Preiswerten
DVD-Player zu verkaufen" oder wäre nur die Formulierung "Preiswerter
DVD-Player zu verkaufen" richtig?
Wir können Sie beruhigen - in diesem Fall ist beides möglich. Der
Text ist als unvollständiger Satz aufzufassen und kann auf zweierlei
Art ergänzt werden:
Zum einen kann "DVD-Player" Subjekt sein im Sinne von "Ein preiswerter
DVD-Player ist zu verkaufen", zum anderen kann er aber auch Objekt
sein im Sinne von "Ich habe einen preiswerten DVD-Player zu verkaufen".
Anders verhält es sich übrigens bei einem Kaufgesuch. In Formulierungen
wie "Preiswerter DVD-Player gesucht" ist ausschließlich der Nominativ
korrekt. Man fragt: Was wird gesucht? Der Akkusativ ("Preiswerten
DVD-Player gesucht") ist hier fehl am Platze!
Für Sie nachgeschlagen
Horoskop
"astrologische Zukunftsdeutung":
Das aus Schillers Wallenstein bekannte Fremdwort ist aus gleichbedeutend
spätlateinisch "horoscopium" entlehnt, das auf griechisch "horo-skopeion"
zurückgeht. Es ist dies der Name eines Gerätes - eigentlich
"Stundenschauer" -, das zur Ermittlung der Planetenkonstellation bei der
Geburt eines Menschen diente und eine dementsprechende Schicksalsdeutung
ermöglichte.
Das Grundwort von griechisch "horoskopein" gehört zu griechisch
"skeptesthai" ("spähen, schauen, betrachten"). Bestimmungswort ist
griechisch "hora" ("Stunde").
Noch Fragen?