
Liebe Leserin, lieber Leser,
hat Ihnen heute Morgen "der", "die" oder "das" Joghurt
geschmeckt? Und schreibt man "Joghurt" oder "Jogurt"?
Mehr zu diesen beliebten Streitfragen finden Sie in der
ersten Rubrik. Gänsebraten hat keineswegs ganzjährig Saison, sondern
wird vor allem rund um den Martinstag serviert.
Der Herkunft des Wortes "Gans" haben wir in der zweiten
Rubrik für Sie nachgespürt. Falls Ihnen jetzt der Magen knurrt: Zum Schluss haben wir
noch nachgeschlagen, was es mit der umgangssprachlichen
Fügung "Kohldampf schieben" auf sich hat.
Viel Spaß beim Lesen !
Was Sie schon immer wissen wollten
Genus und Schreibung von "Joghurt"
Joghurtfans können nicht nur engagiert darüber diskutieren,
ob purer Genuss den Fruchtvarianten vorzuziehen ist - auch
das Genus des beliebten Milchprodukts steht im Mittelpunkt
so mancher Erörterung. Standardsprachlich heißt es "der"
oder "das Joghurt", wobei das Neutrum vor allem in der
Schweiz und in Österreich gebräuchlich ist. Besonders in
Ostösterreich wird jedoch auch das Femininum "die Joghurt"
verwendet.
Bei der Schreibung des Nahrungsmittels, das erst seit Anfang
des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa bekannt ist, haben Sie
zwei Möglichkeiten: Neben der von der Dudenredaktion
empfohlenen Schreibung "Joghurt" ist auch die Variante
"Jogurt" korrekt. Auch beim Plural haben Sie die Qual der
Wahl. Ohne sprachliche Bedenken können Sie ruhig mehrere
Joghurt/Jogurt oder auch Joghurts/Jogurts verzehren.
Hätten Sie's gewusst?
Herkunft von "Gans"
Das Wort "Gans" gehört - wie etwa auch "grunzen" oder "bauz" -
zu den wenigen klangnachahmenden, lautmalenden Wörtern unserer
Sprache. Der altgermanische Vogelname beruht auf dem
indogermanischen "ghans-"(= [Wild]gans), das wiederum zu der
den Gähnlaut nachahmenden indogermanischen Wurzel "ghan-"
gehört. Die Gans ist demnach nach ihrem typischen heiseren
Ausfauchen mit aufgesperrtem Schnabel benannt.
Übrigens wurde die Gans im Altertum vielfach nur als Ziervogel
oder als heiliges Tier gehalten. Erst nach und nach erfuhr
sie wegen ihrer Federn und ihres schmackhaften Fleisches eine
gänzlich andere Wertschätzung.
Für Sie nachgeschlagen
Kohldampf schieben
Die Fügung ist umgangssprachlich gebräuchlich und bedeutet
"Hunger leiden". [...]
Das Wort "Kohldampf" ist eine tautologische Bildung, deren
Bestandteile auf die rotwelschen Bezeichnungen "Kohler, Kol[l]er"
und "Dampf" zurückgehen, die beide "Hunger" bedeuten. Auch der
zweite Bestandteil der Fügung, das Verb "schieben", ist der
Gaunersprache entnommen und stammt vom rotwelschen Begriff
"schefften" (= machen, tun) ab.
Noch Fragen?