Arbeitsmarktinformationen / Frankreich
Grundsatz der Freizügigkeit
Für Bürger der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums gilt das Recht auf Freizügigkeit und Niederlassung in Frankreich. Sie können, wie französische Staatsbürger, jede selbstständige oder nicht selbstständige Tätigkeit (bis auf bestimmte Stellen im öffentlichen Dienst) ausüben und benötigen keine Arbeitserlaubnis.
Aufenthaltsbestimmungen
Bürger aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz benötigen keine Aufenthaltsgenehmigung. Sie können sich in Frankreich aufhalten und arbeiten, wenn sie im Besitz eines gültigen Passes oder Personalausweises sind. Erwachsene können jedoch, wenn sie dies wünschen, an ihrem Wohnort einen Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung stellen.
Die Betroffenen müssen allerdings nachweisen können, dass sie Arbeitnehmer sind.
Arbeitnehmer müssen eine Einstellungszusage oder einen Arbeitsvertrag von ihrem Arbeitgeber vorweisen können.
Frankreichs Wirtschaft ist wieder auf dem Wachstumspfad. Der Internationale Währungsfonds rechnet damit, dass das Bruttosozialprodukt 2007 um etwa zwei Prozent wachsen wird. Wichtigster Wachstumsmotor ist der private Konsum. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist hingegen unverändert schwierig. Die Arbeitslosenquote hat sich seit 2003 nur leicht verbessert und lag im Mai 2007 bei 8,7 Prozent.
Frankreich ist der größte Agrarstaat innerhalb der EU und weltweit der zweitgrößte Lebensmittelexporteur. Gleichwohl sind im Agrarsektor nur vier Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Wichtigster Arbeitgeber ist der Dienstleistungssektor, in dem fast drei Viertel aller Franzosen arbeiten. Die bedeutendsten Dienstleistungsbranchen sind die Immobilienwirtschaft, der Handel und Finanzdienste. Die größten Umsatzzuwächse erreichen zurzeit jedoch die Versicherungswirtschaft und EDV-Dienstleistungen. In der französischen Industrie gingen in den vergangenen 25 Jahren 1,5 Millionen Arbeitsplätze verloren. Heute beschäftigt dieser Sektor noch ein gutes Fünftel der Erwerbstätigen. Unter den französischen Industriezweigen ist die Kraftfahrzeugindustrie Umsatzträger Nummer eins. Im Export belegt jedoch die Chemieindustrie den ersten Rang. Die französische Bauwirtschaft erfreut sich seit Jahren eines stabilen Wachstums. Angetrieben wird dieses Wachstum vor allem vom Wohnungsneubau.
Einen hohen Personalbedarf vermelden vorwiegend die großen Unternehmen (über 100 Mitarbeiter) sowie die Branchen Handel, Baugewerbe, Metallurgie, Holzindustrie und Dienstleistungen.
Darüber hinaus erfreuen sich folgende Berufsgruppen einer hohen Nachfrage: Facharbeiter für Großprojekte, Sekretärinnen, Assistentinnen und IT-Ingenieure.
Wer in Frankreich arbeiten möchte, muss auf jeden Fall die französische Sprache beherrschen. Gute Chancen bieten in der Regel internationale Konzerne, die eher geneigt sind, Ausländer einzustellen.
Besonders viele Neueinstellungen planen Arbeitgeber im Bereich Unternehmensdienstleistungen.
Stellensuche
Sie können von Ihrem Schreibtisch aus mit der Suche nach Stellenangeboten beginnen:
www.supersecretaire.fr
www.abg.asso.fr und www.cadremploi.fr (Akademiker)
www.jobtransport.com (Logistik und Transport)
Für die Stellensuche sind die Online-Angebote der französischen Arbeitsverwaltung ANPE (www.anpe.fr) hilfreich. Für Führungskräfte sind die Online-Angebote der privaten Personalvermittlung APEC (www.apec.fr) nützlich.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Jobbörsen:
Die meisten Unternehmen veröffentlichen auf ihren Websites Stellenangebote.
Der Stellenteil in den großen Tageszeitungen Le Monde (www.lemonde.fr) und Le Figaro (www.lefigaro.fr) ist eine weitere Quelle für die Jobsuche. Dies gilt ebenso für Regionalzeitungen (zum Beispiel La Voix du Nord, Quest-France, Midi Libre, Le Dauphinée Libéré, le Progrès de Lyon, Les Dernières Nouvelles d’Alsace, L’Est Républicain) und Wochenzeitungen wie L’Express (Stellen für Manager), Le Point, L’Expansion, Le Nouvel Economiste, Courrier Cadres, Les Echos und L’Usine Nouvelle.
In Frankreich läuft die Jobsuche in der Regel übers Internet. Man schickt als Bewerbungsunterlage nicht eine Mappe mit Zeugnissen, sondern neben dem Anschreiben den Lebenslauf. In Frankreich haben Diplome und gute Noten einen geringeren Stellenwert als in Deutschland. Auf den französischen Zeugnissen stehen zum Beispiel keine Noten.“
Auch eine Initiativbewerbung kann zum Ziel führen. Firmenadressen lassen sich über „Les Pages Jaunes“ (www.pagesjaunes.fr – die französischen Gelben Seiten) und die Deutsch-Französische Handelskammer finden. Wer vor Ort nach einer Beschäftigung suchen möchte, sollte auf das Dienstleistungsangebot der örtlichen Arbeitsverwaltung zurückgreifen. Für Führungskräfte bietet sie einen Espace-Cadre in jeder größeren Stadt an. Die APEC (Association pour l´emploi des Cadres - www.apec.fr) gibt wöchentlich den umfangreichen "Courrier Cadres" mit Stellenangeboten heraus.
Bewerbung
Sie möchten sich auf eine ausgeschriebene Stelle oder initiativ im Ausland bewerben? Ob Sie Fachkraft mit Berufsausbildung sind oder ein Bewerber mit akademischem Werdegang, die Herausforderung, vor der Sie stehen, ist zunächst dieselbe: Sie müssen die Bewerbung üblicherweise in der Landessprache oder auf Englisch verfassen. Achten Sie dabei auf Individualität; Serienbriefe, bei denen nur die Empfängeradresse ausgetauscht wird, sind wenig Erfolg versprechend. Versuchen Sie so viel wie möglich über die Firma, bei der Sie sich bewerben wollen, in Erfahrung zu bringen. Selbst kleine Firmen präsentieren sich heutzutage im Internet. Bei größeren Unternehmen, können Sie zusätzlich Unterlagen bei der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit anfordern.
Neben der klassischen Bewerbungsmappe hat sich die Online-Bewerbung etabliert. Es kann ein E-Mail-Anschreiben mit Lebenslauf und – falls gefordert – weiteren Anhängen oder eine eigene Bewerbungs-Website sein. Sie sollten sich in jedem Fall vorab erkundigen, ob diese Form der Bewerbung gewünscht ist, sofern dies nicht explizit in der Stellenausschreibung steht. Manche Unternehmen stellen auch selbst Bewerbungsformulare online zur Verfügung.
Wer sich in Frankreich bewerben möchte, muss sprachlich bestens vorbereitet sein. Er sollte seine Bewerbung auf Französisch schreiben können und imstande sein, ein Telefoninterview in der Sprache zu führen.