"Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht doch was bess’res findet." Diese Weisheit gilt nicht nur für den Bund des Lebens, sondern ebenso für die Karriereplanung.
Denn nicht immer hält der auserkorene Arbeitgeber, was er im Stellenangebot versprochen hat. Will heißen: Viele Firmen nehmen es bei der Suche nicht so genau mit der Wahrheit - und das Verschwiegene sorgt später im Job-Alltag oftmals für Verstimmungen oder Frust.
Wie man derlei Enttäuschungen vermeiden kann?
Für den Personalberater Helmut Winter ist die Antwort klar: "Viele Stellenangebote enthalten Informationen, die zwischen den Zeilen stehen".
Sie gekonnt zu dechiffrieren, sei die eingentliche Kunst. Der Experte vertritt die Auffassung, dass man sich als Bewerber die Methoden der Headhunter aneignen und dadurch gleichsam zum Jobhunter werden sollte.
Dabei geht es auch um eine spezifische Form der Informationsrecherche, also ein methodisches Vorgehen. Eine Methode, die nicht eigens für Geheimdienste entwickelt wurde, lässt sich auf Ihre individuelle Jobsuche adaptieren. Sie setzt auf unterschiedliche Quellen, die Bewerber auswerten sollten, bevor sie sich für oder gegen einen Arbeitgeber entscheiden:
1. Printmedien: Je umfassender der Presse-Scan erfolgt, desto facettenreicher wird das Bild des ins Visier genommenen Unternehmens. Viele Printmedien halten daneben im Internet umfangreiche Archive (teils kostenpflichtige) im Internet vor.
2. Internet: Suchmaschinen bieten eine hervorragende Möglichkeit, auch weiter zurückliegende Zeiten mit in die Betrachtung einzubeziehen. Bei börsennotierten oder grösseren Unternehmen bieten Finanz- und Börsenportale ausgezeichnete Informationen. Gute Dienste leisten in vielen Fällen Online-Branchendiensten, sich über die derzeitige Marktsituation des potenziellen Arbeitgebers zu informieren.
3. PR-Abteilung: Wer sich an die Öffentlichkeitsarbeiter wendet, bekommt zwar nicht immer die gewünschte Auskunft. Oft versenden sie aber Unternehmensberichte. Die meisten Unternehmen betreiben eine Website, um über sich zu informieren. Gleichen Sie die von Ihnen recherchierten Informationen mit den unternehmenseigenen Aussagen und Darstellungen ab.
4. Freundeskreis: Im privaten Umfeld gibt es häufig Leute, die bereits Erfahrungen mit dem Unternehmen gesammelt haben.
5. Das "Bauchgefühl": Sie kommen zum Vorstellungsgespräch, lernen ihren potentziellen neuen Chef kennen. Können Sie sich vorstellen, tatsächlich mit ihm zusammen zu arbeiten? Oder sagt Ihnen Ihr Bauch: Tu`s nicht". Dann hören Sie ruhig auf Ihr Gefühl und lassen Sie sich nicht nur von dem vermeintlich attraktiven Job leiten.