Cold Call
Researcher am Telefon
Die Kaffeetasse auf halber Höhe, das Telefon klingelt, es ruft immer dann einer an, wenn es ungelegen ist.
Heute ist wieder so ein Tag. Das Wetter passt irgendwie dazu, zur falschen Zeit am falschen Ort.
Irgendeine Executive-Search Agentur aus Frankfurt, "ein Anruf in eigener Sache, ob ich gerade sprechen könne?"
"Man - in diesem Fall Frau - möchte mir eine hoch interessante, attraktiv dotierte Position mit Gestaltungsspielraum anbieten. Obwohl die verantwortlichen Entscheider des beauftragenden Unternehmens eigentlich schon wüssten, dass sie ohnehin nur mich nehmen würden".
Ich erzähle, dass ich zwar Alles kann und mich vor nichts fürchte, aber mit Sicherheit nicht die angepasste Teamplayerin spielen werde.
Ich frage nach, um was es denn überhaupt geht?
"Man möchte einige grundlegende organisatorische Änderungen einziehen, weg von diesem "wir haben uns alle lieb". Und mich würde man gern für den Bereich HR-Developement nehmen wollen".
Sage, dass ich doch Controllerin bin. Und dass ich im letzten Jahr achtzig Prozent meiner Tantieme für beinharte "Personalanpassungen" kassiert habe.
Egal, sagt sie. Es ginge primär um Charisma. Und dass ich mich schnell entscheiden solle, ihr Guthaben auf dem Handy sei gleich alle.
Jetzt wusste ich, es war nicht mein Tag.
Assistentinnen von Research - Companys rufen nämlich immer vom Festnetz aus an