Lockstoff für Jobs die Lust machen
Nicht alle Arbeitgeber gelten als "sexy". Arbeitgeber, die sich einer grossen Nachfrage erfreuen, haben es zweifellos geschafft, ein "Employer Brand" aufzubauen. Hier stehen die Bewerber Schlange. Aber selbst bei hoher Arbeitslosigkeit gibt es Arbeitgeber, zu denen niemand freiwillig will, für Arbeitnehmer sind sie häufig einfach nicht attraktiv genug.
Wo aber liegt das Geheimnis erfolgreicher Brands, also bei den von Bewerbern bevorzugten Unternehmen.
Erfolgreiche Unternehmen haben verstanden, dass die erfolgreiche Bewältigung vieler Herausforderungen Ausgangsbasis und Schlüsselfaktoren Ihres Unternehmenserfolges sind, Ihre Kommunikation wird von Kriterien wie Ehrlichkeit, Weltoffenheit, Verantwortung, Markt- und Kundenorientierung bestimmt.
Überlegene Leistungen -- -> qualifizierte Mitarbeiter entwickeln diese Werte. Für Robert Simons von der Harvard Business School liegt der Erfolg in der richtigen Definition der Aufgabe, je besser die Aufgabe definiert sei, desto eher sei der Verantwortliche auf Bestleistungen gepolt. Er behauptet, dass sich die meisten Personalmanager fälschlicherweise zu sehr auf die Topbewerber konzentrierten. Das eigentliche Geheimnis liege nicht darin, nur die Einser-Kandidaten einzustellen, sondern in der genauen Definition der einzelnen Aufgaben.
Für viele Unternehmen wird in der Zukunft die Überlebensfähigkeit nicht nur von der finanziellen Ausstattung abhängen, viel mehr wird der personelle Engpass, die besten und richtigen Mitarbeiter zu gewinnen zum Erfolgsschlüssel.
Beweber haben kaum eine größere Befürchtung, als einen Fehlgriff bei der Wahl des Arbeitgeber zu tun. Employer Brands lösen diese Angst nicht auf, aber sie vermitteln zumindst ein stattliches Vertrauen. .
Für Bewerber sind Werte die Verknüpfung der Qualitätsmerkmale des Unternehmens mit Wertvorstellungen ihrer Kunden, den Wertvorstellungen seiner Beschäftigten oder künftiger Mitarbeiter und die Umsetzung dieser Werte in Handlungskonzepte, die in Produkten und Dienstleistungen erlebbar wird.
Untersuchungen belegen, dass viele Arbeitgeber mit plakativen Elementen (interessante Branche, angesehene Produktmarke, anspruchsvolle Tätigkeit) werben, die keinen direkten Bezug zum Arbeitsalltag aufweisen.
Wer so angelockt wird, kann sich später umso enttäuschter zeigen. Entweder wird die nächstbeste Chance zum Wechsel genutzt oder die Motivation, Indentifikation, Produktivität und Loyalitkät lässt nach.
Damit ist Brückenschlag zum Thema Stellenanzeigen gelegt.
Stellenangebote transportieren die Qualitätsmerkmale und Anforderungen zu den Bewerbern und ermöglichen ihnen, sich zu orientieren, einzubringen, an den Werten zu partizipieren.
Stellenanzeigen sind ein Teil dieser Kommunikation, die ebenso von qualitativen Merkmalen her bestimmt sein muss.
Wenn diese Werte nach außen kommuniziert werden , können solche Bewerber erreicht werden und auf Stellenausschreibungen reagieren, denen an der Verwirklichung dieser Werte etwas liegt. Mitarbeiter sind dann mit dem Unternehmen identifiziert, wenn sie von den Werten überzeugt sind und sie umsetzen wollen. Da Mitarbeiter die Werte für die Kunden und und weitere Marktteilnehmer umsetzen sollen, müssen sie über klar definierte Qualifikationen verfügen.
Anforderungsmerkmale und Qualitätsaspekte
Bewerber entscheiden auf dem Hintergrund von Wertvorstellungen, ob es ihnen bewusst ist oder nicht.
Genauso entscheiden sie sich für einen Lebenspartner, wählen sie ihre Reiseziele aus, bestimmen die Marke und Farbe ihres Autos, engagieren sich für soziale oder politische Ziele, sie kaufen Kleidung in den Läden, wo sie das finden, was ihnen gefällt. Und eben nach übertragbaren Motiven und Wertvorstellungen suchen Menschen eine neue Aufgabe, weil dieses oder jenes Unternehmen Ihnen ermöglicht, ihre Wertvorstellungen dort realisieren zu können.
Gelingt es den Unternehmen, diese Werte mit den Vorstellungen der "Bewerber" zu verknüpfen, die richtigen Bewerber zu gewinnen, weiter Produkte und Dienstleistungen mit diesen Mitarbeitern zu entwickeln, in denen die Qualitäts- und -wertvorstellungen Ihrer Kunden erlebbar werden, haben sie die Schlüsselfaktoren für weiteren Unternehmenserfolge in der Hand.
Stellenanzeigen sind daher mehr als Teile einer nüchternen Medialplanung im Rahmen festgezurrter Budgets, sie sind nach innen und aussen Spiegel der unternehmerischen Handlungskonzepte, mit denen eine Qualitätsbestimmung gleichzeitig als Grundlage für eine werteorientierten Öffentlichkeitsarbeit gelegt wird.
Stellenausschreibungen sind weitergehend für ein reibungsloses Funktionieren der Aufbau- und Ablauforganisation eine wesentliche Hilfe; sie vermeiden Überschneidungen bei der Abwicklung der Aufgaben und Projekte.
Beleuchten wir an dieser Stelle einmal einen Querschnitt der Stellenanzeigen.
80 bis 90 Prozent der Anzeigeninhalte setzen sich aus Worthülsen zusammen, der relevante Teil - eine Verstümmelung der Aufgabenbeschreibung, ein Nirwana für Bewerber. Manche Stellenanzeigen lesen sich wie das Abkürzungsverzeichnis von Gebrauchtwagenofferten. Bewerber erkennen aus den Inhalt nicht eindeutig die Anforderungen und halten sich für unter- oder überfordert, bzw. sehen in der Qualität der Stellenanzeige generelle Defizite dieser Unternehmen und bringen ihnen daher auch kein grosses Vertrauen und Interesse entgegen.
In den Anzeigen fehlen klare Anforderungsmerkmale und Kriterien zu den unabdingbaren Skills, Angaben zu Ausbildungsabschlüssen, geforderte Berufserfahrungen, Sprachkenntnisse incl. Level, spezifische auf den Job anwendbare Kenntnisse, Mobilität, Altersbandbreite oder Einsatzort. In vielen Fällen ist weder ein Ansprechpartner geschweige denn eine exakte Adresse oder E-Mail-Adresse oder der Verweis auf die Homepage des Unternehmens genannt. Gerade in diesem Bereich sind Unternehmen gefordert im eigenen Interesse Vorleistungen zu bringen, die zielführend sind.
Um so mehr verwundern die Klagen von Unternehmen über Bewerbungen, die zu 90 Prozent nicht den relevanten Anforderungsmerkmalen entsprächen.
Welch Wunder!
Unternehmen begeben sich ihrer Chancen, weil hier nicht zusammen finden kann, was zusammenfinden soll.